2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/189.md

21 lines
966 B
Markdown

Lerner hierzu ). In weiten Teilen der sozial- und
erziehungswissenschaftlichen Debatte wird die ältere
Annahme des sozial voll integrierten, angepassten und
passiven Akteurs durch das Konzept des aktiv handelnden
Subjekts ersetzt (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Der Paradigmenwechsel von der Struktur- zur Subjektzentrierung in der
Sozialisationsforschung im Zeitverlauf. Quelle: Bauer 2012.
Schaut man genau, dann wird deutlich, dass fast alle
jüngeren Theorien ab den 1980er Jahren die
Individuationsfunktion im Sozialisationsprozess betonen.
Sie heben mehrheitlich auf die Entwicklung einer autonom
handlungsfähigen Persönlichkeit ab, während
gesellschaftliche Integrationserfordernisse weniger stark
beachtet werden. Individualentwicklung bezeichnet aus
dieser Perspektive mehr als nur die Summe der konkret an
ein Gesellschaftsmitglied gestellten (Rollen-)Erwartungen.
Der Wechsel von der Struktur- zur Subjektorientierung,
oder von der Vergesellschaftungs- zur