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Tatsächlich erlaubt eine Einschätzung beides. Es gibt
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keine vollständige Abgeschlossenheit, aber auch keine
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Notwendigkeit, neue Theorien zu erfinden. Wir müssen
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vielmehr sehen, dass Sozialisation als Thema in der
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Soziologie und Psychologie, als Gegenstand der
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Theoriebildung und der empirischen Forschung eine
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Wandlungsbewegung durchlebt hat: Standen in den
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Gründerjahren der Sozialisationstheorie
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Vergesellschaftungsaspekte im Vordergrund, sind es heute
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eher die Individuationsaspekte. Die Aufmerksamkeit dieser
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historisch älteren Ansätze (und hier weisen die
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soziologischen und psychologischen Klassiker mehr
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Übereinstimmungen als Unterschiede auf) richtet sich auf
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die Übertragung gesellschaftlich normierter Erwartungen,
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die von außen an die Persönlichkeit der
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Gesellschaftsmitglieder gestellt werden. Durkheim und
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Simmel, aber auch Freud und Watson sind sich hieran
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einig: der Impuls für Sozialisation geht von der Außenwelt
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aus.
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Die Gleichsetzung von Sozialisation mit dem Prozess der
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Anpassung an vorgegebene soziale Strukturen stellt über
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Jahrzehnte hinweg das ausdrückliche Motto der
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Sozialisationsforschung dar. Das Leitmotiv der Integration
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von Gesellschaftsmitgliedern in ein soziales Gefüge ist mit
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der Frage verbunden, wie Menschen die grundlegenden
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Kompetenzen erwerben, um in einer sozialen Gruppe
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handeln zu können. Die damit verbundene Stoßrichtung
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bleibt bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Frage
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der gesellschaftlichen Stabilität und der Reproduktion der
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sozialen Strukturen. Diese wird durch die erwähnten
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Strömungen in der Soziologie, etwa den
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Strukturfunktionalismus und den materialistischmarxistischen Ansatz, gleichermaßen gestützt. Sie sind
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Denkschablonen, die natürlich auch in der Psychologie
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vorhanden sind (so etwa im Behaviorismus und der
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Psychoanalyse). Mit dieser Akzentuierung ist das
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