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Entwicklung ist die Selbstregulierung. Die kognitive
Entwicklung ist für Piaget ein spontaner Vorgang, den das
Kind selbsttätig in Gang setzt. Im Unterschied zur
klassischen Lerntheorie betont er die Regelmäßigkeiten
und Gesetzmäßigkeiten des Aufbaus von Mechanismen und
»Ordnungsschemata« bei der Auseinandersetzung des
Menschen mit seiner Umwelt.
Die kognitive Entwicklungstheorie des moralischen Urteils
Die kognitive Entwicklungspsychologie von Piaget ist für
die Sozialisationsforschung wichtig, weil sie die Konzeption
eines durch spontane und konstruktive Aktivität
gekennzeichneten menschlichen Organismus entfaltet
(Ginsburg/Opper 1998). Sie lässt einfache, reduktionistische
Modellvorstellungen hinter sich und arbeitet differenzierte
und konstruktive Austauschbeziehungen zwischen Mensch
und Umwelt heraus. Die theoretischen Aussagen beziehen
sich dabei ebenso wie die der Lerntheorie auf einen
lebenslangen Prozess der Entwicklung, sie sind also nicht
auf einzelne Lebensabschnitte fixiert (Buggle 2001;
Edelstein/Hoppe-Graff 1993; Flammer 2017;
Oerter/Montada 2002).
Allerdings ist die Umweltseite in dieser Theorie nur
wenig ausgearbeitet. Das hängt mit den biologischen
Ursprüngen des Stadien-Denkens und der sehr basalen
Konzeption der Lernprozesse als Prozess der Adaption
zusammen. Die Persönlichkeit entwickelt sich nach dieser
Vorstellung aus innerpsychischen Dynamiken heraus
(Grundmann 1999, S. 23). Für Piaget ist nur von geringem
Interesse, welche Gestalt die soziale und die dinglichmaterielle Umwelt haben. Umwelten werden als eine
Voraussetzung der Persönlichkeitsentwicklung verstanden,
während ihre unmittelbare Beschaffenheit von
untergeordneter Bedeutung ist. Die Umwelt beeinflusst den
Organismus nur insofern, als sie den existierenden
Strukturen des Organismus eingegliedert werden muss.