2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/155.md

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entstehen, selten in eine soziale, häufiger aber in eine
biologisch-genetische Richtung interpretiert werden. Dabei
muss berücksichtigt werden, dass die Methoden, über die
solche Hypothesen getestet werden (Geschwister-,
Adoptions- und Zwillingsforschung), ebenso häufig kritisch
gesehen werden und fehleranfällig sind. Zudem lassen
Kulturvergleiche nicht in allen Fällen die Annahme der
Universalität zentraler Persönlichkeitseigenschaften zu
(Gurven et al. 2013). Zusammenfassend lässt sich von den
strukturellen Persönlichkeitstheorien nur als einem
wichtigen Impulsgeber sprechen. Alle vorliegenden
Untersuchungen und Erkenntnisse sind aber noch nicht so
anwendbar, dass sie schlüssig für eine einheitliche Lesart in
der sozialisationstheoretischen Diskussion verwendet
werden können.
3.2
Lern- und Entwicklungstheorien
Mit den Persönlichkeitstheorien zwar häufig eng
verbunden, stellen Lern- und Entwicklungstheorien ein
eigenständiges Forschungsfeld innerhalb der Psychologie
dar. Lern- und Entwicklungstheorien halten den Menschen
für grundsätzlich aktivitäts- und reaktionsbereit.
Menschliches Verhalten ist offen und steuert sich nach
Versuch und Irrtum (Trial and Error), wobei positive
Verstärkungen (zum Beispiel bei Erfolg, wenn man belohnt
wird) oder Bestrafung (z. B. Computerspielverbot) über den
Aufbau von Routinen, Wissens- und Verhaltensstrukturen
entscheiden. Dies ist eine der Grundannahme der
behavioralen Lerntheorie, die mit John B. Watson ihren
Initiator gefunden hat.
Behaviorale Lerntheorien analogisieren zumeist die
Lernmuster von Menschen und Tieren. In den berühmten
Tierversuchen von Pawlow (1960), bei denen schon die
Ankündigung von Speisen Magensekretionen auslöste, fand