2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/150.md

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Erwachsenenalter steht dann die schwierige Entscheidung
für oder gegen eigene Kinder (»Generativität versus
Stagnation«) im Vordergrund, am Ende des Lebens spielt
schließlich die Frage, ob man eine in sich stimmige oder
eine unbefriedigende Lebensbilanz ziehen könne
(»Integrität versus Verzweiflung«), die entscheidende Rolle.
Keiner dieser Konflikte kann ohne teilweise heftige
innere und intensive soziale Auseinandersetzungen gelöst
werden. Ihre Lösung ist aber die Bedingung dafür, dass die
Persönlichkeitsentwicklung auf einer neuen Reifestufe
erfolgreich weiterverlaufen kann. Die Lösung der
Entwicklungskrisen ist überdies auch die Voraussetzung für
die Bildung und Aufrechterhaltung einer Ich-Identität.
Eriksons Ansatz als soziale Beziehungstheorie
Im Vordergrund von Eriksons Entwicklungstheorie stehen
die lebenslangen Koordinationsprozesse, die ein Mensch
vornimmt, um seine körperlichen und psychischen
Bedürfnisse mit den Anforderungen der sozialen Umwelt in
Einklang zu bringen. Persönlichkeitsentwicklung spiegelt
sich in dieser Theorie in den voneinander abhängigen
Prozessen der Organisation des menschlichen Körpers und
des psychischen Bewusstseins auf der einen und der
sozialen Integration und der solidarischen Orientierung am
Gemeinwesen auf der anderen Seite. Im Unterschied zur
Theorie Freuds legt die Theorie Eriksons großes Gewicht
darauf, die sinnlich-körperliche Grundlage des Erlebens
gesellschaftlich einzubetten, um den Einfluss von sozialen
Gegebenheiten auf die Gestaltung der Beziehungen
zwischen Kind und Eltern und die Bewältigung von
Beziehungskrisen in der Persönlichkeitsentwicklung zu
verstehen.
Erikson arbeitet die gesellschaftlichen und
kulturhistorischen Einflüsse auf die Struktur der Familie
heraus und öffnet damit die psychoanalytische Konzeption
für die soziologische Dimension. Die konkrete