2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/138.md

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3.
Psychologische Theorien der
Sozialisation
In diesem Kapitel werden die psychologischen Theorien
vorgestellt, bei denen die analytische Sicht von der
Perspektive des Individuums oder von innerpsychischen
und innerkörperlichen Prozessen ausgeht. Wie im vorigen
Kapitel werden in einem ersten Schritt die frühen und in
einem zweiten Schritt die modernen Ansätze erörtert. Diese
stufenweise Erörterung lohnt um so mehr, weil mit den
frühen Theorien zwei sehr unterschiedliche Wege in der
Entwicklung des Stammbaums psychologischer
Denkansätze beschritten werden. Im Mittelpunkt dieser
ersten kurzen Einführung stehen darum die Anfänge der
psychologischen Persönlichkeits- sowie der Lern- und
Entwicklungstheorien.
FRÜHE ANSÄTZE DER PSYCHOLOGISCHEN THEORIE
Die Grundlegung der Sozialisationstheorie erfolgte, wie im
vorangehenden Kapitel dargestellt, um 1900 durch die
beiden psychologisch aufgeschlossenen Soziologen Simmel
und Durkheim. Etwas später arbeiteten der Psychologe
Sigmund Freud an einer Theorie der menschlichen
Bedürfnisse und Triebe und der Psychologe John B. Watson
an einer Theorie des menschlichen Lernens. Beide
verwendeten zwar den Begriff »Sozialisation« nicht, ihre
erkenntnisleitenden Interessen waren aber eindeutig
darauf ausgerichtet, die Entwicklung der menschlichen
Persönlichkeit auf die intensive Auseinandersetzung des
Individuums mit seiner sozialen Umwelt zurückzuführen. In
diesem Sinne waren sie in der Psychologie die ersten
Sozialisationstheoretiker.
Sigmund Freud (18561939) setzt sich in seiner
Psychoanalytischen Persönlichkeitstheorie intensiv mit den