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Aus der Perspektive der soziologischen
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Handlungstheorien kommt diese zunehmende Komplexität
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der Vergesellschaftung viel deutlicher in den Blick als aus
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der eher groben gesellschaftstheoretischen Perspektive.
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Hierfür gibt es interessante Beispiele: Die Bedeutung der
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Identitätsbedrohung ist in der handlungstheoretisch
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ausgerichteten Diskussion ein immer wieder kehrendes
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Thema. Sie kann sich aus einer zu großen Wahlmöglichkeit
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von Alternativen, aber auch daraus ergeben, dass in sozial
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völlig festgelegten Situationen Vorstellungen von der
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eigenen Identität nicht eingelöst werden können. Diese
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Variante führt zu einer »Entindividualisierung«, die sich
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zum Beispiel in totalen Institutionen wie psychiatrischen
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Anstalten, Militäreinrichtungen, Klöstern oder und zum Teil
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auch Krankenhäusern beobachten lässt (Goffman 1967,
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1973). In diesen Einrichtungen ist die Lebensführung der
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»Insassen« durch strenge Handlungsvorgaben und
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Bewachung in extremem Maß reglementiert. Deswegen
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sind die Spielräume für persönlichen Ausdruck äußerst
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gering oder gar nicht vorhanden. Die Rollenzwänge sind so
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stark, dass kaum Selbstansprüche artikuliert werden
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können (Plake 1981).
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Interessanterweise haben erst die Handlungstheorien die
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Perspektive für einen derart spannungsreich verlaufenden
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Prozess der Sozialisation geöffnet. Wenn
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Gesellschaftstheorien also so etwas wie das Initial des
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Denkens über Sozialisation in der Soziologie darstellen,
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beginnen die Handlungstheorien die Idee der lebenslangen
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Interaktionsbeziehung des Individuums mit der
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Gesellschaft nach und nach auszuformulieren. Mit den
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Handlungstheorien wird Sozialisation auch erstmals zum
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Gegenstand empirischer Forschung und mit dieser
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Ausrichtung gewinnen wiederum neue Impulse an Einfluss.
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Es ist keine Überraschung, dass in dieser Phase, die sehr
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stark an den Denk- und Handlungsprozessen des
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Individuums ausgerichtet sind, Ansätze der Psychologie
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