37 lines
1.9 KiB
Markdown
37 lines
1.9 KiB
Markdown
und Sozialisation« zusammen und kann damit gut
|
|
pointieren, warum dieser Ansatz, der implizit wie explizit
|
|
immer auf Sozialisation zielt, eine so hohe Wirkung erzielt
|
|
hat: »Durch Prozesse der Institutionalisierung erhalten
|
|
bestimmte Verhaltensmuster, die das Zusammenleben
|
|
organisieren, praktische Relevanz. Durch
|
|
Legitimationsprozesse werden sie normativ verbindlich und
|
|
die entsprechenden Sinnzusammenhänge gewinnen
|
|
dadurch Objektivität. Im Sozialisationsprozess, den Berger
|
|
und Luckmann in einen primären und sekundären
|
|
unterteilen, macht sich die nachwachsende Generation
|
|
schließlich die grundlegenden Rollenordnungen und
|
|
Sinnstrukturen zu eigen.« (Veith 2015, S. 34)
|
|
Praxis schafft also Wirklichkeit und Wirklichkeit schafft
|
|
Regeln, die nicht nur ernst genommen, sondern auch
|
|
verinnerlicht werden und damit zu einem Gerüst der
|
|
Weltdeutung werden, die ein »richtig« und ein »falsch«
|
|
unterscheiden kann. »Richtig« ist legitim und »falsch« ist
|
|
illegitim. Zwischen diesen beiden Formen muss das Subjekt
|
|
immer unterscheiden können und zieht sich dabei die
|
|
bereits gewonnenen Erfahrungen zurück. Solche
|
|
Unterscheidungen sind aber immer auch damit verbunden,
|
|
die Realität und die viele Zwischenformen von »richtig«
|
|
und »falsch«, ihre Anwendung in der eigenen Biografie
|
|
(was in der Kindheit »richtig« ist, kann unter Erwachsenen
|
|
»falsch« sein und umgekehrt) und den allmählichen
|
|
gesellschaftlichen Wandel von »richtig« und »falsch« zu
|
|
begreifen. All dies verlangt ein schöpferisches Subjekt auch
|
|
in der Theorie von Berger und Luckmann. Die
|
|
schöpferischen Möglichkeiten der Konstruktion von
|
|
Wirklichkeit sind dann gegeben, wenn die Phase der
|
|
»primären Sozialisation« in der Kindheit abgeschlossen ist.
|
|
Sie dient nach Berger und Luckmann noch der Fundierung
|
|
der sozial integrierten Persönlichkeit, während in der
|
|
darauffolgenden Phase, der »sekundären Sozialisation« in
|
|
Jugendzeit und im jungen Erwachsenenalter, die sozialen
|