2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/122.md

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Auseinandersetzung des Menschen mit der
gegenständlichen Umwelt über Arbeit und Spiel finden
hingegen kaum Aufmerksamkeit. Auch die Aneignung der
eigenen Körperlichkeit und der Umgang mit Trieben und
Emotionen erscheinen nur am Rande.
Trotz dieser Einwände lässt sich sagen, dass mit der
Theorie von Habermas eine weitreichende Konzeption für
die Sozialisationstheorie vorliegt. Die Theorie erfüllt viele
Anforderungen an eine sozialwissenschaftlich orientierte
Basiskonzeption. Es ist bemerkenswert, dass sich
Habermas dabei einer Kombination verschiedener
Theoriestücke aus unterschiedlichen Strömungen bedient.
Damit macht er auf die Möglichkeit aufmerksam, zur
breiten Abdeckung eines erkenntnisleitenden Modells nicht
auf eine Universaltheorie zurückzugreifen, sondern auf
eine Verknüpfung von verschiedenen Einzeltheorien.
DIE KONSTRUKTIVISTISCHE THEORIE VON PETER
L. BERGER UND THOMAS LUCKMANN
Ebenfalls im Anschluss an die Denkfigur des symbolischen
Interaktionismus (aber auch der hier nicht behandelten
phänomenologischen Strömung innerhalb der Soziologie)
haben Peter L. Berger (19292017) und Thomas
Luckmann (19272016) ihren Ansatz der
»gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit«
entwickelt, der über weite Strecken eine
Sozialisationstheorie darstellt. Obwohl hier viele
Ähnlichkeiten zu der Theorie von Habermas erkennbar
werden, sind direkte Verbindungslinien beider
Theoriestränge selten. Berger und Luckmann
argumentieren noch stärker aus einer
entwicklungsbezogenen Perspektive (die später als
sozialkonstruktivistische Lesart bekannt werden wird).
Wachsen Kinder in eine bestehende Gesellschaft hinein,
werden sie mit den Deutungen der sozialen Realitäten