2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/099.md

36 lines
1.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

und Kulturkonsums (Güter wie Bilder, antike Möbel usw.).
Soziales Kapital bezeichnet das Netz der für persönliche
Zwecke instrumentalisierbaren Kontakte und Beziehungen.
Die individuelle Position im sozialen Raum schließlich wird
nach dem personengebundenen Volumen des
Gesamtkapitals einerseits sowie der Struktur der
Kapitalverteilung andererseits bestimmt. Bourdieu
verwendet für diese Positionsbestimmung die beiden
Hauptprinzipien, das ökonomische und das kulturelle
Kapital. Für das Kapitalkonzept zentral ist die Erweiterung
der Ungleichheitsperspektive über die Dimension
materieller Ungleichverteilung (etwa Geld) hinaus.
Kulturelles Kapital ist als direkt verantwortlich für die
Produktion und Reproduktion ungleicher Status- und
Lebenschancen anzusehen.
Der soziale Raum ist dem geographischen Raum
vergleichbar und wie Bourdieu sagt auch ähnlich wie
eine Landkarte objektiv vermessbar. Anhand der beiden
strukturierenden Hauptprinzipien, dem ökonomischen und
dem kulturellen Kapital, lassen sich soziale Positionen nach
dem zur Verfügung stehenden Kapital-Gesamtvolumen
vertikal und nach der Kapitalstruktur (entsprechend dem
Mengenverhältnis zwischen ökonomischem und kulturellem
Kapital) horizontal differenzieren. Im sozialen Raum sind
individuelle Akteure und soziale Gruppen nach dem Prinzip
des Nachbarschaftsverhältnisses durch räumliche Nähe
miteinander verbunden oder durch Distanz voneinander
getrennt. Von der Strukturierung des sozialen Raums nach
objektiven Kriterien der Kapitalausstattung unterscheidet
Bourdieu den Raum der Lebensstile. Lebensstile
bezeichnen demnach symbolische Merkmale der
Lebensführung. Sie stellen wahrnehmbare Ausdrucks- und
Handlungsformen dar und sind damit sichtbarer als die aus
der unterschiedlichen Kapitalverteilung resultierenden,
positionsgebundenen Unterscheidungsmerkmale, die