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Gewohnheiten niederschlagen. Grundlage des Habitus sind
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nach Bourdieu Sozialisationsprozesse und hier vor allem
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die Existenzbedingungen der sozialen Herkunft, die nach
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Bourdieu so bezeichneten sozialstrukturell und
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raumzeitlich bedingten »Erfahrungsräume«. Dabei
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befinden sich soziale Ausgangsbedingungen und der
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Habitus der darin Handelnden in einem Verhältnis der
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Gegenseitigkeit zueinander (Bourdieu 1982, S. 281). Die
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sozialen Ausgangsbedingungen bilden so etwas wie den
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Nährboden des Habitus, und der Habitus dient seinerseits
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dazu, dass die Ausgangsbedingungen, so wie sie sind,
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akzeptiert werden.
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Analytisch fungiert das Konzept »Habitus« bei Bourdieu
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als theoretisches Erklärungsprinzip, das die wechselseitige
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Abhängigkeit zwischen objektiven sozialen Strukturen und
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subjektiven Praxisformen betont. In kurz: Der Habitus
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beinhaltet all unser Wissen darüber, wie wir die Welt
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deuten und uns in ihr bewegen. Der Habitus ist damit ein
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kognitives Konzept, aber auch, wie Bourdieu immer wieder
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betont, ein körperliches. Denn das Erleben und Fühlen der
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Realität ist immer auch mit der Art und Weise verbunden,
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wie wir körperlich auftreten und uns selbst präsentieren.
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Der Habitus ist also auch das, was von außen direkt an
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Kleidung und Körperlichkeit, Artikulation und Gestik
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erkannt werden kann. Anders als der Rollenbegriff (wie bei
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Parsons) steht der Habitusbegriff aber nicht für eine
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»Hülle«, sondern für ein lebendiges, organisches Prinzip,
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er ist einem Menschen nicht fremd oder nur für den
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Moment »angelegt«, sondern identisch mit Körper, Mimik
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und allen individuellen Äußerungen.
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Der Habitus vereinheitlicht körperliche, Verhaltens-,
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Denk- und Gefühlsmuster. Mit ihm werden die
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Ausdrucksformen der Lebensführung zu einem zeitlich
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stabilen Muster von Einstellungen und Haltungen,
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Fähigkeiten, Kompetenzen und Gewohnheiten
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zusammengefasst. Diese bezeichnen ein System von
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