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Sozialsysteme dar, mit denen das Individuum verknüpft ist«
(Geißler 1979, S. 270).
Der analytische Schritt, den Parsons vollzieht, ist eng an
einen Theoriehorizont gebunden, der zur Mitte des 20.
Jahrhunderts verfügbar war. Die Kritische Theorie greift
auf ähnliche Bausteine zurück. Im Unterschied dazu aber
hält Parsons die vollständige Anpassung und Adaption an
die sozialen Systeme nicht für problematisch, sondern für
funktional und »vernünftig« und für den Strukturerhalt der
Systeme für notwendig. Er entwickelt hierfür sein »AGIL«
Schema aus »Adaption« (Anpassung), »Goal Attainment«
(Ausrichtung der eigenen Präferenzen auf erwünschte
Ziele), »Integration« (eine Gesellschaft muss
Zusammenhalt herstellen und integrieren können, am
Besten über gemeinsame Leitbilder), die im Sinne eines
»Latent Pattern Maintenance« in Ritualen und
gemeinsamen kulturellen Codes aufrechterhalten werden.
Sozialisation als Durchlaufen von Rollenbeziehungen
Ausgehend vom »AGIL« Schema ist Sozialisation der
Schlüssel zur stabilen Integration eines Individuums in die
Gesellschaft und damit parallel für für die
Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Stabilität. Aus der
Perspektive von Parsons durchläuft ein Mensch eine
Hierarchie unterschiedlich strukturierter und sich
zunehmend differenzierender Rollenbeziehungen: Von der
Zweierbeziehung zwischen Mutter und Kind in der frühen
(vorödipalen) Phase über das einfache Rollensystem der
Kernfamilie hin zu vielfältigen Rollenbeziehungen in der
Gleichaltrigengruppe und Schule. In der Jugendphase
komplizieren sich die Beziehungen, bis die vielgestaltigen
Rollen der Erwachsenen in Beruf, eigener Familie und
Gesellschaft erreicht werden (Parsons 1968). Jeder Mensch
bewegt sich also bis in das Erwachsenenalter hinein durch
immer facettenreichere Rollenstrukturen und muss sich mit
den jeweiligen wechselseitigen Erwartungen in