2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/068.md

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in einem Herrschaftsgefüge geht, also um die
Beschneidung der subjektiven Entfaltungsmöglichkeiten.
Trotz oder gerade wegen dieses »negativen« Zugriffs auf
die Entwicklung der Persönlichkeit aus der Perspektive der
Konstituierung von Herrschaft und Unfreiheit entsteht eine
wichtige Tradition der Theoriebildung in der
Sozialisationsforschung. Interessant ist, dass Marx noch
früher als die eben genannten frühen Ansätze der
Soziologie über das Wechselverhältnis von Individuum und
Gesellschaft reflektierte. Dabei ist sein Zugang zu einem
eigenen soziologischen Denkmuster geworden. Im
Gegensatz zu Simmel und Durkheim aber verwendet er den
Begriff Sozialisation noch nicht systematisch in seiner
Theorie. Weiter ist Marx indes bereits bei dem Aspekt der
dynamischen Wechselwirkung zwischen dem, wie
Menschen handeln, und dem, was ihnen als
gesellschaftliche Strukturen begegnet. Er betont, dass die
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von den Menschen
selbst produziert werden, obwohl sie ihnen unter den
gegebenen Verhältnissen wie eine »fremde Gewalt«
entgegentreten. Werden die Verhältnisse, insbesondere die
Besitzverhältnisse an den Produktionsmitteln, geändert,
dann entstehen nach Marx auch veränderte Bedingungen
für die Subjektwerdung der Gesellschaftsmitglieder.
Produktive Arbeit und kommunikative Praxis
Da die Theorie von Marx jahrzehntelang von den Staaten
der Sowjetunion und der von ihr abhängigen Länder zur
Basis einer politischen Staatsideologie gemacht wurde, fällt
ein unbefangener Blick schwer. Die Theorie drückt in ihrem
Kern jedoch ein Menschenbild aus, das für die
Sozialisationstheorie interessant ist. Der Mensch wird als
ein aktiv handelndes Individuum verstanden, das in einer
produktiven, durch gegenständliche Auseinandersetzung in
Form von Arbeit und in einer kommunikativen