2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/057.md

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Jugendliche ein globales Krisenbewusstsein bereits
ausgebildet haben und sich dieses auch artikuliert.
Die Auseinandersetzung mit der realen und medial
vermittelten Krisenwahrnehmung ist zu einem festen
Bestandteil der Entwicklung der Persönlichkeit geworden.
Dabei ist nicht entscheidend, dass Krisenphänomene heute
zum Grund für eine intensivere Auseinandersetzung mit
politischer Gestaltungsfähigkeit geworden sind (die
vergangenen 20 Jahre zeigen das sehr eindrücklich, weil
das Interesse für Politik und die politische Beteiligung in
der jüngeren Generation immer stärker zunimmt). Mitunter
ist auch das Gegenteil, der Rückzug und die Opposition,
der Hang zu Populismus und einer Politik der starken Hand
Beispiel für die zunehmende Bedeutung globaler
Krisenphänomene in den Erfahrungswelten der
heranwachsenden Generation. Die äußere Realität ist dabei
nicht nur Herausforderung der produktiven
Realitätsverarbeitung auf einer individuellen, sondern auch
auf der gesellschaftlichen Ebene. Hierüber sind sich junge
Menschen im Klaren. Einige brechen bereits mit
eingespielten Routinen, sie stellen Bildung und Ausbildung,
aber auch den starren Takt von Ökonomie und Arbeitsleben
in Frage.
Was über zwei bis drei Generationen hinweg als
selbstverständliche Abfolge im Lebenslauf anerkannt
wurde, gilt vielen, vor allem jüngeren Menschen heute
nicht als Teil der Lösung, sondern als Teil des Problems. In
diesem Sinne soll das zehnte Prinzip eine inhaltliche
Öffnung vornehmen, die auch als Chance zur Partizipation
in der Diskussion über das MpR fungiert. Studierende, aber
auch Lernende in Schule und Ausbildungsgängen sollen in
Unterrichtseinheiten erarbeiten, a) welche
Krisenphänomene sie sehen und wie sie sich Formen der
Krisenbearbeitung wünschen, b) Herausforderungen eines
Zusammenwirkens globaler Konflikte, ökonomischer und
ökologischer Anforderungen begegnen wollen und c) wie