36 lines
1.8 KiB
Markdown
36 lines
1.8 KiB
Markdown
kommt es, dass fehlende Bildungsinvestitionen ein
|
|
Dauerthema darstellen und Chancengleichheit, die von den
|
|
ungleichen Lebensbedingungen in den Familien ihren
|
|
Ausgang nehmen, in den vergangenen Jahrzehnten kaum
|
|
wirksam verringert wurden.
|
|
Im Unterschied dazu sind die alltäglichen Lebenswelten
|
|
differenzierter und wandlungsfähiger. Sie bilden Orte der
|
|
Interaktion, die konkreten Zielen untergeordnet sein,
|
|
gleichzeitig aber auch der Entspannung und Konsumtion
|
|
dienen kann. Das achte Prinzip der Bedeutung der
|
|
alltäglichen Lebenswelt für die Sozialisation hebt darauf
|
|
ab, dass neben den primären und sekundären
|
|
Sozialisationsinstanzen ein breites Spektrum von sozialen
|
|
Systemen existiert, deren wesentliche gesellschaftliche
|
|
Funktion nicht in Erziehung, Bildung und Qualifizierung
|
|
besteht. Auch informelle Kontexte wie die intime
|
|
Partnerschaft, der Freundes- und Bekanntenkreis und
|
|
andere, zumeist frei gewählte Lebenswelten gehören dazu.
|
|
Sie bilden den Alltag der Menschen ab und sind gerade
|
|
dadurch, dass kein offenkundiges Ziel verfolgt wird,
|
|
sozialisationswirksam. Sie bilden die Wirklichkeit der
|
|
Lebensrealität ab, weil sie so erscheinen, als ob sie nicht
|
|
anders sein könnten. Menschen leiten aus ihren
|
|
alltäglichen Erfahrungen Handlungswissen ab, verleihen
|
|
ihrem Alltag Sinn und sind dadurch in der Lage, sich an
|
|
ihre Lebensrealitäten zu adaptieren (also anzupassen).
|
|
Zwei Beispiele hierzu:
|
|
1. Die Ordnung der Geschlechter basiert wie kaum eine
|
|
andere sozialisationswirksame Unterscheidung auf der
|
|
Erfahrung in den alltäglichen Lebenswelten. Menschen
|
|
lernen von Beginn an die unterschiedlichen Rollenbilder
|
|
in ihrem Umfeld und die damit verbundenen
|
|
Erwartungen an sich selbst und ihre Entwicklung. Das
|
|
gilt auch für die Veränderung von
|
|
Rollenzuschreibungen. Sich selbst als Frau oder als
|