2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/045.md

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einen lediglich antiquarischen Charakter. Sie werden als
Lern- und Studienliteratur eingesetzt, sie gelten als
Grundlagenwissen und in dieser Hinsicht wird von
propädeutischer Literatur gesprochen. Gleichzeitig stellen
sie das Fundament unserer Denkansätze über Sozialisation
bis heute dar. Gerade die Propädeutik repräsentiert die
eingangs bezeichnete Doppelgesichtigkeit von
Sozialisationsprozessen. Soziologische und psychologische
Zugänge fokussieren auf unterschiedliche Bereiche von
Sozialisation, betonen unterschiedliche Perspektiven auf
Prozesse der »Vergesellschaftung« und »Individuation« und
sind in ganz unterschiedlicher Weise Sprungbrett für die
Weiterentwicklung von Theorieansätzen, die im Bereich der
Sozialisationsforschung zum Einsatz kommen. Inwiefern
eine Zusammenführung aller vorgestellten Theorieansätze
möglich ist, welche Tendenz sie aufzeigen und wie sie für
die für die Etablierung eines integrierten Ansatzes wie dem
MpR nutzbar zu machen sind, wird später in der
ausführlichen Auseinandersetzung gezeigt.
Die Darstellung beinhaltet dort die resümierende
Darstellung zum Ertrag der soziologischen und
psychologischen Diskussion für das
sozialisationstheoretische MpR. Dabei wird eine
Darstellungsform gewählt, die das MpR mit den
wichtigsten Konsequenzen für eine
sozialisationstheoretische Perspektive beschreibt. Das
MpR, das auf dieser Entwicklung der Basistheorien
aufbaut, wird von zehn »Prinzipien« gerahmt. Diese
»Prinzipien« stehen jetzt an der Stelle, an der in anderen
und früheren Publikationen zum MpR von »Thesen« oder
»Maximen« gesprochen wurde. Die Prinzipien des MpR
haben sich über die Jahrzehnte immer wieder leicht
gewandelt und liegen auch in dieser Auflage aktualisiert,
überarbeitet und in einer veränderten Form vor. Die
Prinzipien beleuchten unterschiedliche Ebenen der
Modellbildung, sie sind theorie- und forschungsbezogen