2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/037.md

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Hieran knüpft auch der Ansatz der kommunikativen
Kompetenz an, der die europäische und vor allem die
deutschsprachige Adaption der Annahmen des
symbolischen Interaktionismus darstellt. Er legt Wert auf
die Gestaltungsfähigkeit von Sozialisationsprozessen. Noch
deutlicher wird der Gestaltungs- und
Konstruktionscharakter von Sozialisation in den mit dem
Paradigma des Sozialkonstruktivismus verbundenen
Ansätzen. Sie sind noch mikrologischer und zielen auf den
sprachlich vermittelten Lernprozess. Hiernach machen
Menschen im Prozess der Sozialisation nicht Erfahrungen
mit der »tatsächlichen« Wirklichkeit, sondern mit der
durch Sprache vermittelten, sozial konstruierten
Wirklichkeit. An dem Beispiel, wie wir über sprachliche
Interaktionen lernen, wie sich ein Mädchen (lieblich,
freundlich, emotional) oder Junge (stolz, wild, kühl) zu
verhalten hat, wird der Wert einer Perspektive deutlich, die
nach den Bedeutungszuschreibungen fragt.
Der Ansatz der sozialisatorischen Interaktion baut
hierauf auf, fügt aber noch die neue Komponente hinzu,
wonach Lernen immer mit Krisenerfahrungen verbunden
ist und darum an kognitive Prozesse des Aufschichtens und
des Umbaus von Erfahrungen gekoppelt. Dass durch
Krisenerfahrungen auch die Störungsanfälligkeit des
Individuums berührt wird, ist der Zugang der Theorien zur
sozialen Identität in der Sozialisationsforschung. Sie gehen
davon aus, dass viele verschiedene Anforderungen in
unterschiedlichen Handlungsbereichen bewirken, dass
Stabilität nur dann entsteht, wenn die
Handlungsherausforderungen bewältigt und in eine
einheitlich Identitätsformation integriert werden können.
1.4
Die psychologische Propädeutik im
Überblick