2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/014.md

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mit dieser Reaktion gemacht haben und sich deshalb
entscheiden, keine Gewalt einzusetzen. Er kann die
Erwartung haben, eine aggressive Handlung könne
folgen, er hat sich aber vorher selbst entschlossen, dieser
Dynamik zu widerstehen. Im Gedankenexperiment
können wir uns den 17-jährigen Jugendlichen auch als
jungen Violinisten vorstellen, der gerade von EnsembleProben kommt und die manifeste Idee der Gewalt oder
Gegengewalt gar nicht in seinem Handlungsvorrat hat
und völlig defensiv reagiert. Oder ein überzeugter
Gläubiger ist, der aufgrund einer intensiven religiösen
Bindung jegliche Gewalt von sich weist.
Mit den situativen und biografischen Hintergründen sind in
diesem Beispiel zwei der Einflüsse benannt, die zum
Bedingungsgefüge gehören, das die
Reaktionsmöglichkeiten eines Menschen in einer
bestimmten Situation festlegt. Auch die Geschlechts- und
die Religionszugehörigkeit bezeichnen Faktoren, die auf
unterschiedliche Weise auf gemeinsame Einstellungen
verweisen. Wie das Beispiel deutlich macht, hängt die
Reaktion des 17-jährigen Jugendlichen auf das
Fingertippen von hinten von diesen Einflüssen ab. Sie
entscheiden über die Hinwendung zu bestimmen
Handlungen und können dabei mehr oder weniger
unbewusst und unreflektiert sein, also Bestandteil von fest
»einsozialisierten« Reaktionsmustern.
Ein weiterer Aspekt, der über die Reaktion des 17jährigen Jugendlichen entscheidet, betrifft die sozialräumlichen Bedingungen. Mit diesen sind in unserem UBahn-Beispiel kontextuelle und kompositorische Einflüsse
verbunden. Kontextuelle Faktoren betreffen die
Ausstattung des Raumes, so die Lage des Bahnhofes im
Stadtviertel und die Menge der Menschen, die in der
Handlungssituation anwesend sind. Kompositorische