35 lines
1.7 KiB
Markdown
35 lines
1.7 KiB
Markdown
Umgebung gesprochen. Alle Bedingungen der Umgebung
|
|
werden wissenschaftlich einfach als »Umwelt« bezeichnet.
|
|
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Umweltbegriff
|
|
nicht immer ganz trennscharf ist und mitunter auch
|
|
Missverständnisse produziert. Sein Vorteil ist aber, dass er
|
|
zunächst einen einfachen Gegenpol bildet, um all das
|
|
abzugrenzen, was nicht in den engeren Kontext der Person
|
|
gehört. »Person« und »Umwelt« sind demnach
|
|
unterschiedliche Einheiten, wobei ihre Beziehungen
|
|
untereinander natürlich wechselseitig und interaktiv sind.
|
|
Dies ist dann so etwas wie der Kern der
|
|
Sozialisationsperspektive. Hier geht es darum, wie das
|
|
Verhältnis zwischen einer Person und der umgebenden
|
|
Umwelt beschaffen ist.
|
|
Die Frage, wie ein bestimmter Umwelteinfluss wirkt, ist
|
|
immer nur mit Blick auf die individuellen
|
|
Ausgangsbedingungen zu beantworten. Ein Beispiel aus
|
|
dem Alltag hierzu:
|
|
|
|
Ein 17-jähriger Jugendlicher wartet um 22.30 Uhr im UBahnhof im Zentrum einer Großstadt auf seinen
|
|
Anschluss. Jemand tippt ihm von hinten auf die Schulter.
|
|
Wie reagiert er darauf? Seine Reaktion wird von seiner
|
|
biografischen Erfahrung und von seiner Wahrnehmung
|
|
der Situation abhängen. Situativ: Er kann schlechte Laune
|
|
(nach langer Arbeit und einer missratenden Prüfung am
|
|
Vormittag) oder gute Laune (nach einem gemeinsamen
|
|
Shopping mit Freunden) haben und entsprechend offen
|
|
oder nicht-offen sein für die Frage, die das Tippen auf der
|
|
Schulter signalisiert. Biografisch: Er kann aus einem
|
|
Umfeld stammen, in dem er viel Aggression erlebt, das
|
|
ihn deshalb disponiert, auf eine Bewegung von hinten,
|
|
die direkt seinen Körper adressiert, sofort zu reagieren,
|
|
herumzuschnellen und eine Abwehr- oder Angriffsgeste
|
|
einzusetzen. Er kann aber auch schlechte Erfahrungen
|