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Sozialisation als produktive
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Realitätsverarbeitung
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Sozialisation ist ein facettenreicher, spannungsgeladener
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Begriff. Sozialisation heißt, sozialisiert zu werden und in
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gewisser Hinsicht auch, sich selbst zu sozialisieren.
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Sozialisation ist ein Prozess, der von »außen« auf das
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Individuum einwirkt und der »innen« vom Individuum
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selbst gesteuert wird.
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Das, was die große Spannung des Sozialisationsbegriffs
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ausmacht, ist also auch ein Stolperstein. Es scheint, als
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müsse man sich entscheiden für die Frage der Sozialisation
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von außen oder von innen. Tatsächlich aber ist es anders
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herum. So verschieden die Perspektiven auf Sozialisation
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auch sind, sie gehören zusammen und zeigen das
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Doppelgesicht der Sozialisation. Das wissenschaftliche
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Fachverständnis ist hier vom Alltagsverständnis nicht weit
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entfernt. Es bedarf kontinuierlich einer Öffnung unserer
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Perspektiven, um die Vielgestaltigkeit von
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Sozialisationsprozessen begreifen zu können.
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Was ist also gemeint, wenn wir von »Sozialisation«
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sprechen?
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1.1
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Das Doppelgesicht der Sozialisation
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Der Begriff Sozialisation ist einer der wissenschaftlichen
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Begriffe, die uns nicht nur in verschiedensten
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wissenschaftlichen Disziplinen, sondern auch im
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Sprachgebrauch des Alltags begegnen. Redewendungen
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wie »Dieses Kind ist gut sozialisiert« oder »Da merkt man
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deine Herkunft« weisen darauf hin, worauf der Begriff in
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erster Linie abzielt: auf die Übernahme gesellschaftlicher
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Werte und Normen, auf die Anpassung an die soziale
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