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Vorwort
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Sozialisation ist ein Schlüsselthema, wenn man verstehen
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möchte, wie die soziale Welt funktioniert. Menschen
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erleben von Geburt an das Zusammenleben im Sozialen,
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und deswegen durchlaufen sie den Prozess der
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Sozialisation quasi naturwüchsig. Diesen Prozess kann kein
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Mensch an- oder abstellen, es ist ein immerwährender und
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lebenslanger Prozess, in dessen Verlauf man Erfahrungen
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macht, sich mit der inneren und der äußeren Realität
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auseinandersetzt und versucht, auf sie Einfluss zu nehmen.
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In den letzten zwanzig Jahren haben immer mehr
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Forschungsgebiete auf das Konzept Sozialisation
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zugegriffen. Zwei Beispiele: In der Bildungsforschung ist
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Sozialisation der Zugang, um zu verstehen, wie und warum
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Menschen unterschiedliche Bildungsbiografien
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durchlaufen.
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In der Gesundheitsforschung ist Sozialisation unverzichtbar
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für das Verständnis von Widerstandsfähigkeit und
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Verletzlichkeit und damit auch die ungleiche Verteilung von
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Gesundheit und Krankheit geworden. Überall, wo
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Menschen durch die Kontexte, in denen sie leben,
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angeregt, stimuliert, geleitet oder eingeschränkt werden,
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stoßen wir auf Sozialisationseinflüsse.
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Sozialisationsforschung leuchtet in die Black-Box der
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Entstehung menschlicher Verhaltensformen. Darum ist sie
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unverzichtbar, wenn auch nicht überall sichtbar.
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Heute, rund 150 Jahre nach dem das Sozialisationsthema
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zum Gegenstand in der akademischen Forschungswelt
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wurde, sehen wir auf eine bewegte Geschichte der Disziplin
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zurück.
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Soziologie und Psychologie haben als erste verstanden,
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warum Sozialisation eine so große Bedeutung für das
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Verständnis des Zusammenspiels von Mensch und
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