2026-001/documents/theory/diagnostics/handbuch-kinder-und-haeusliche-gewalt/pages/455.md

34 lines
3.3 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

458
Konsequenzen und Perspektiven
der häuslichen Gewalt die maßgeblichen Impulse für Aktivitäten des Bundes
insbesondere in Gesetzgebung, Forschung sowie in der Förderung von Modellprojekten gegeben und ist damit der Anknüpfungspunkt für die Bemühungen im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik geworden, sich mit diesem
Themenkomplex zu beschäftigen.
Der 1999 veröffentlichte Aktionsplan beinhaltet insofern Maßnahmen des
Bundes im Bereich der Prävention, Rechtsetzung, der Kooperation zwischen
staatlichen Institutionen und nichtstaatlichen Hilfeeinrichtungen, der bundesweiten Vernetzung von Hilfsangeboten, Sensibilisierungsmaßnahmen
und Maßnahmen der internationalen Zusammenarbeit und Rechtsetzung. Zu
den erfolgreich umgesetzten Vorhaben gehören z.B. das im Januar 2002 in
Kraft getretene Gewaltschutzgesetz, die modellhaften Kooperations- und Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt BIG und KIK, die Änderung des
damaligen § 19 AuslG, durch den ausländische Ehefrauen früher als zuvor
ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erhalten, wenn sie sich aus einer gewalttätigen Beziehung trennen wollen, sowie das Gesetz zur Gewaltfreiheit in der
Erziehung, das jede Form von Gewalt gegen Kinder verbietet. Zwei vom Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegebene Forschungen - die repräsentative Studie „Lebenssituation, Sicherheit
und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (nachfolgend Frauenstudie genannt) sowie die Wissenschaftliche Begleitung der Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt (nachfolgend WiBIG-Studie genannt) - haben zum Themenbereich Gewalt gegen Frauen und insbesondere zum Bereich häusliche
Gewalt neue Erkenntnisse vorgelegt, mit denen sich Praxis, Wissenschaft und
Politik auseinandersetzen müssen. 8
Zur Steuerung der Umsetzung ihres Aktionsplans zur Bekämpfung von
Gewalt gegen Frauen hat die Bundesregierung zusätzlich zu der bereits seit
1997 erfolgreich arbeitenden Bund-Länder-Arbeitsgruppe Frauenhandel eine
Bund-Länder-Arbeitsgruppe Häusliche Gewalt als Kooperationsgremium
eingesetzt, der Vertreter/innen der fachlich betroffenen Bundesministerien
(neben BMFSFJ nehmen das Bundesministerium der Justiz - BMJ, des Innern
BMI, und das Bundesministerium für Gesundheit und Soziales BMGS,
teil), der Fachministerkonferenzen der Länder (Innen, Justiz, Jugend, Gleichstellung, Soziales), der Kommunen (kommunale Spitzenverbände, Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten) und
der Nichtregierungsorganisationen (Vernetzungsstellen der Frauenhäuser,
8 Die vollständigen Forschungsberichte sowie Kurzfassungen der Studien in deutscher und
englischer Sprache sind auf der Internetseite des BMFSFJ unter http://www.bmfsfj.de in der Rubrik „Forschungsnetz“, Unterpunkt „Forschungsberichte“ zu finden. Die Kurzfassungen der Studien sowie weitere Materialien sind außer über das Internet auch erhältlich über die Broschürenstelle des BMFSFJ, Postfach 20 15 51, 53145 Bonn, Tel.: 0180- 5329329, E-Mail: broschuerenstelle@
bmfsfj.bund.de. Über die Internetseite des BMFSFJ ist zudem die aktuell erschienene Dokumentation der Fachkonferenz am 23.09.04 in Osnabrück erschienen, auf der die beiden Forschungen
sowie eine Pilotstudie zum Thema Gewalt gegen Männer vorgestellt und mit Fachleuten aus
Praxis, Wissenschaft und Politik erstmals diskutiert wurden.