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Primäre Prävention von Partnergewalt: Ein entwicklungsökologisches Modell
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rasch zu erkennen und dann im Hinblick auf ihre Sicherheit und ihre rechtlichen Möglichkeiten kompetent zu beraten. Die international in der Medizin, Psychologie und Sozialarbeit sehr intensiv geführte Debatte um Screeningfragen bezüglich Partnergewalt (z.B. Hamberger & Phelan 2004, McCloskey & Grigsby 2005) hat in der Bundesrepublik bislang noch kaum ein angemessenes Echo gefunden. Weitere Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen gegen Partnergewalt ergeben sich aus dem Befund, dass bei einer Minderheit gewaltausübender Partner Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit vorliegen, die unbehandelt zur Entstehung von Partnergewalt beitragen können. Wie dargestellt, ist dieser Zusammenhangen am besten für suchtkranke männliche Patienten untersucht. Unglücklicherweise sind Suchterkrankungen bei Männern in der Bundesrepublik relativ häufig. Die Lebenszeitprävalenz liegt in der repräsentativen Studie von Jacobi et (2004) beispielsweise bei etwas mehr als 15 Prozent. Gleichzeitig erhält nur ca. ein Drittel der Betroffenen eine zumindest minimale Behandlung (Jacobi et al. 2004). Diese Situation lässt vermuten, dass eine Verbesserung der Versorgung im Bereich der Suchtberatung und Suchttherapie einiges zur primären und sekundären Prävention von Partnergewalt beitragen könnte. Eine weitere Verbesserung, vor allem im Bereich der sekundären Prävention, könnte vielleicht durch ein regelmäßiges Gewaltscreening im Rahmen von Suchtberatung bzw. –therapie und eine enge Zusammenarbeit mit gewaltzentrierten Beratungsangeboten gegen Partnergewalt erreicht werden. Eine solche Verzahnung von Suchtbehandlung und Intervention gegen Partnergewalt ist aber sowohl in der Bundesrepublik als auch in anderen Ländern derzeit noch weit entfernt (z.B. Schumacher et al. 2003). Ein letzter hier erörterter möglicher Ansatzpunkt für Maßnahmen der primären Prävention gegen Partnergewalt ergibt sich aus dem Befund einer mit Partnergewalt teilweise einhergehenden erhöhten außerfamiliären Stressbelastung (z.B. im Beruf). Damit verbindet sich die Vermutung, dass unter äußerer Stressbelastung Partnerkonflikte leichter gewaltförmig eskalieren und auch andere gewaltbegünstigende Verhaltensweisen zunehmen (z.B. Alkoholkonsum). Angesichts weit in die Mittelschicht hinein reichender Abstiegsängste und der realen Verschärfung ökonomischer Not für einige Gruppen in der Gesellschaft (z.B. Langzeitarbeitslose) könnte dieser Punkt aktuell an Bedeutung gewinnen, während die etwa von Godenzi (1993) aufgestellte Forderung einer verbesserten Bekämpfung von Armut als Präventionsstrategie gegen Partnergewalt immer weiter von einer Verwirklichung entfernt scheint. Allerdings hat die außerfamiliäre Stressbelastung nicht nur mit der ökonomischen Situation von Familien zu tun, sondern auch mit den sozialen Lebensumständen. Vor allem die soziale Isolation mancher Migrantenfamilien wird dabei teilweise als gewaltbegünstigender Umstand angeführt, so dass Kontakt- und Vernetzungsangebote für isolierte Paare bzw. Familien als weiterer Ansatzpunkt für primäre Präventionsmaßnahmen erscheinen. Werden weiterhin männlich dominierte Berufsgruppen, die häufig einer sehr hohen