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Primäre Prävention von Partnergewalt: Ein entwicklungsökologisches Modell
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einigen Fällen entwickeln sich in Beziehungen nach ersten Gewaltvorfällen Kommunikationsmuster, die die Gewalt stabilisieren (z.B. Holtzworth-Munroe et al. 1998). Es ist jedoch unklar, inwieweit solche Muster (z.B. ein Forderungs-Rückzugs Muster) bereits vor ersten Gewaltereignissen einen Beitrag zur Entstehung von Partnergewalt leisten. Partnergewalt führt vielfach, aber nicht immer zu einer Trennung (für eine Forschungsübersicht siehe Walker et al. 2004). In einer Längsschnittstudie von Jacobson et al. (1996) kam es etwa bei 30% gewalttätiger Paare über zwei Jahre hinweg weder zu einer Trennung noch zu einer Abnahme oder Beendigung der Gewalt. Kommt es zu einer Trennung, so stehen Männer, die zuvor gewalttätig waren, auch in neuen Partnerschaften in einem deutlich erhöhten Risiko wieder gewalttätig zu werden. Auch ohne vorangegangene Partnergewalt kommt es im zeitlichen Umfeld einer Trennung aber mit zumindest moderat erhöhter Wahrscheinlichkeit, zu Gewaltvorfällen, in Fällen mit vorangegangener Gewalt besteht die deutliche Gefahr einer Eskalation der Gewaltintensität (für eine Forschungsübersichten siehe Wilson & Daly 1993, Hardesty 2002).
Stressbelastung Etwa 20 Studien haben sich bislang mit Zusammenhängen zwischen der Stressbelastung, insbesondere im Beruf, und dem Ausüben von Partnergewalt beschäftigt (für eine Forschungsübersicht siehe Cano & Vivian 2001). Generell scheint demnach eine hohe inner- oder außerfamiliäre Stressbelastung die Ausübung von Partnergewalt in schwachem bis moderatem Umfang zu begünstigen. Zwar fehlen in diesem Bereich Längsschnittstudien, jedoch beschreiben mehrere Studien auf welche Weise dieser Zusammenhang in einigen Fällen entstehen kann (etwa durch eine Erhöhung der Irritierbarkeit oder einen vermehrten Suchtmittelgebrauch). Melzer (2002) weist darauf hin, dass Männer in Berufen, die nicht nur stressreich sind, sondern auch häufig den Einsatz von Zwang und Gewalt erforderlich machen (z.B. Polizei- und Vollzugsbeamte), als Gruppe ein schwach erhöhtes Gewaltrisiko aufweisen.
Ansatzpunkte für die primäre Prävention von Partnergewalt: Innovationsanalyse Die Analyse der Befundlage zu Faktoren, die an der Entstehung von Partnergewalt beteiligt sein können, führt zu einem differentiellen entwicklungsökologischen Modell. Dies bedeutet zum einen, dass verschiedene Entwicklungswege in Richtung auf Partnergewalt möglich scheinen (differentieller Aspekt). Beispielsweise gibt es eine Minderheit an Fällen, in denen Beeinträchtigungen der