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Die Folgen für die Kinder als Thema in der Täterarbeit
Zur interkulturellen Kompetenz gehört es, die Lebenssituation von Migranten angemessen in die Arbeit zu integrieren (vgl. für türkische Männer
Spohn 2002). Vaterschaft in traditionellen Kulturen versteht sich anders als in
modernen Gesellschaften: Kinder werden früher als kleine Erwachsene gesehen und sie müssen Aufgaben erfüllen, für die sie oft noch nicht reif sind.
Der Einbindung der Familien in die Verwandtschaft und somit der gegenseitigen Unterstützung wie auch der Kontrolle untereinander kommt eine enorme Bedeutung zu. Dadurch besteht die Gefahr, dass Familienkonflikte, in
die Eltern, Schwager, Schwägerin etc. involviert sind, komplexer ablaufen als
in modernen, individualisierten Gesellschaften. In der interkulturellen Arbeit
müssen die unterschiedlichen Vorstellungen von Vaterschaft gesehen werden,
ohne dass die Problematik und besondere Gefährlichkeit spezifischer Männlichkeitskonzepte (z.B. geschlechtsspezifische Ehrbegriffe) relativiert werden.
Mit der Zuschreibung ethnischer Problemlagen sollte allerdings vorsichtig
verfahren werden, denn von einer einheitlichen Männlichkeit etwa bei Män—Ž›—ȱû›”’œŒ‘Ž›ȱ Ž›”ž—ȱ”Š——ȱ”Ž’—Žœ ސœȱŽœ™›˜Œ‘Ž—ȱ Ž›Ž—ȱǻ ЛДŠó˜Â•žȱ
2003). Noch viel weniger gilt dies für Migranten insgesamt, die aus „aller
Herren Länder“ stammen, die mit ihren unterschiedlichen Männlichkeiten
auch Gemeinsamkeiten wie männliche Dominanz und die Abwertung der
Weiblichkeit besitzen („Hegemoniale Männlichkeit“ nach Connell 1999, vgl.
Tunç 2004).
Spezielle Täterinterventionen, die gezielt den kulturellen Kontext integrieren, wurden in den letzten Jahren vor dem Hintergrund der ethnischen
Vielfalt in den USA entwickelt. Programme für Latino-Migranten fokussie›Ž—ȱ Ž Šȱ Ž—ȱ ŠŒ‘’œ–˜ȱ Ÿ˜—ȱ §Ž›—ȱ ǻŽ›’••ŠȦ·›Ž£ȱ ŘŖŖŘǼǯȱžŒ‘ȱ Šœȱ ž•ž›Š•ȱ
Context Model eines Täterprogramms stellt die ethnische Diversität in den
Mittelpunkt ihrer Arbeit (Almeida/Hudak 2002). Spezielle Curricula für
Fathering after violence-Täterkurse wurden für Latino-Migranten nicht nur
ins Spanische übersetzt, sondern gezielt auf sie zugeschnitten (Fleck-Henderson/Areán 2004).
Ausblick
Die Integration der psychosozialen Täterarbeit in die gesellschaftlichen, juristischen und psychosozialen Maßnahmen gegen häusliche Gewalt in den
letzten Jahren bringt einen Bedarf an Spezialisierung mit sich. Bereits die
Suchtproblematik, die Diversität nach sozialer Schicht und Kultur sowie unterschiedliche Täterprofile führten zur Erkenntnis, dass Täterarbeit Verschiedenheit in ihre Konzepte einbeziehen muss (Hagemann-White 2003). Die
Konfektion des sozialpädagogischen one size fits all, d.h. ein Programm für
alle gewalttätigen Männer, sollte der jeweiligen sozialen und individuellen
Problematik angepasst werden. Angesichts der besonderen Gefährlichkeit
häuslicher Gewalt muss es darum gehen, für teilweise sehr unterschiedliche