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Die Folgen für die Kinder als Thema in der Täterarbeit
Grenzen wahrnehmen und angemessen verdeutlichen, (6) mit Gefühlen angemessen umgehen und (7) konstruktive Konfliktlösungen erlernen. Die Ziele sind Teil einer schriftlichen Vereinbarung über die Rahmenbedingungen zur Gruppenteilnahme. Zur Arbeitsgrundlage gehören alle relevanten Gerichtsunterlagen und eine Schweigepflichtsentbindung gegenüber der aktuellen Partnerin und gegebenenfalls dem Helfersystem (z.B. ASD, Bewährungshilfe, Sozialdienst JVA). Bricht ein Mann die Beratung im weiteren Verlauf ab, werden die in der Schweigepflichtsentbindung genannten Personen grundsätzlich darüber in Kenntnis gesetzt. Bei Problemen während der Gruppenteilnahme können auch Auswertungsgespräche mit dem gesamten Helfersystem ein sinnvolles Mittel sein. Daneben erfüllen die Vorgespräche eine diagnostische Funktion: Es muss individuell geklärt werden, ob die Männer die beschriebenen Zugangskriterien erfüllen. Bei Verdacht auf Suchtmittelabhängigkeit wird dem Mann die Teilnahme am Täterprogramm nicht von vornherein verwehrt. Hier werden während der Vorgespräche Abstinenzzeiten ausgehandelt, begleitet und ausgewertet. Möglicherweise verpflichtet sich der Mann auch, während des Beratungszeitraumes auf Alkohol zu verzichten oder eine Drogenberatungsstelle aufzusuchen. Das Thema „Väterverantwortung“ kommt in dieser Phase meist zum tragen, wenn es um die Entwicklung einer eigenen Motivation geht. Väter kommen oft auch mit dem Wunsch ins MIM, eine Trennung der Partnerin zu verhindern oder rückgängig zu machen, um den Kontakt zu den Kindern nicht zu verlieren. Dass ihre Gewalttätigkeit in einem krassen Widerspruch zum Selbstverständnis eines verantwortungsvollen Vater steht, sehen sie nicht. Für eine Aufnahme ins Täterprogramm reichen solche Motive nicht aus. Gleichzeitig können im weiteren Verlauf erfolgte Trennungen der Partnerin immer auch einen Auslöser für einen Beratungsabbruch darstellen. Ebenso vereinbaren Männer, die sich in einer akuten Krise befinden, weil ihre Partnerin sie mit den Kindern verlassen hat, zwar oft einen Termin für ein Erstgespräch, erscheinen dann aber nicht. Das Erstgespräch ist als Orientierungsgespräch für alle Männer im MIM grundsätzlich kostenfrei. Jede weitere Einzelberatung wie auch die Gruppenteilnahme kostet die Männer einen Teilnehmerbeitrag. Abgesehen von der wirtschaftlichen Notwendigkeit dieser Einnahmen ist es das Ziel, dass die Männer einen Beitrag zu ihrer eigenen Veränderung leisten (Motto „Was nichts kostet ist nichts wert!“). Aufgrund dieser Filterfunktion durch die Rahmenbedingungen im Vorfeld ist die Abbruchrate nach Gruppenaufnahme sehr gering. Unter den bereits angesprochenen 27 Männern, die in 2004 an einem Täterprogramm teilgenommen haben, sind lediglich zwei Abbrüche zu verzeichnen. Es scheint, dass mit diesen klaren Vereinbarungen ein männliches Selbst- und Ehrverständnis bedient wird („Ein Mann, ein Wort“), das auch im Gruppenverlauf immer wieder Bedeutung erhält.