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Die Arbeit der Psychologischen Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt
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Väterberatung Wie oben beschrieben, gestaltet sich die Beziehung zwischen Vater, Mutter und Kindern sehr unterschiedlich. Auch wenn der Kontakt zum gewalttätigen Vater unterbrochen wurde, können er und die erlebte Gewalt immer wieder eine Rolle in der Familie spielen. Während Kinder, die zum Umgang mit einem Elternteil gezwungen werden, diesen meist aufgeben, sobald sie dazu in der Lage sind (vgl. Wallerstein & Lewis 2002), kann eine Tabuisierung des Vaters dazu führen, dass Söhne und Töchter, zum Teil auf selbstverletzende Art und Weise die Beziehung zum Vater suchen (vgl. Heynen, 2000). Wird die Beziehung zwischen Vater und Kind aufrechterhalten, kann es sinnvoll sein, ihn in den Beratungsprozess einzubeziehen. Frauen und Kinder wünschen dies aus unterschiedlichen Gründen. Zum Teil hoffen sie, dass Fachleute als Sprachrohr für die eigenen Anliegen dienen und zu einer Verhaltensänderung beitragen. Die Beratungsmotivation der Väter ergibt sich günstigstenfalls aus ihrer Motivation, die Beziehung zu den Kindern nicht zu verlieren. In der Regel ist es von Vorteil, wenn innerhalb eines Teams oder bei verschiedenen beteiligten Institutionen Vater, Mutter und Kinder unterschiedliche Ansprechpersonen haben. Das ‚Setting‘ muss sehr sorgfältig, insbesondere im Hinblick auf Sicherheit und Schutz, und am Einzelfall orientiert geplant werden. In Fällen wiederholter und extremer Gewalt, anhaltender Neutralisierung des eigenen Verhaltens und fehlender Verantwortungsübernahme seitens des Vaters sowie Ablehnung der Kinder dem Kontakt gegenüber, kann eine Beratung nur bei Aussetzung des Umgangs stattfinden. Ansatzpunkte bieten spezifische Beratungs- und Kursangebote für gewalttätige Männer, die das Thema Verantwortungsübernahme und Vaterschaft in ihr Programm aufnehmen.5 Einen weiteren Ansatz bietet die Verbindung von betreutem Umgang mit intensiver psychologischer Beratung. Besonders herausgestrichen werden muss die Bedeutung qualifizierter Beratung in den Fällen, in denen die Mutter vom Vater ermordet wurde und das Kind zu dem inhaftierten Vater Kontakt wünscht (s. Heynen im Druck).
Schlussfolgerungen: Chancen einer aufsuchenden Beratung Beratung von Müttern und Vätern bei häuslicher Gewalt birgt das Risiko, dass die Kinder aufgrund der Dynamik, die die Gewalt entfaltet, immer wieder aus dem Blick geraten. Deshalb ist es wichtig, für sie eigenständige Unterstützungsangebote zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus müssen die 5 Ein Karlsruher Arbeitskreis, zusammengesetzt aus Vertreter/-innen verschiedener Institutionen, die mit betroffenen Kindern arbeiten, hat entsprechende Empfehlungen erarbeitet: http:// www.karlsruhe.de/Jugend/Kinderbuero/Download/anford.pdf. Diese werden neben anderen Themen mit den beteiligten Fachleuten diskutiert und weiterentwickelt.