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Modelle der Unterstützung für Mütter bei häuslicher Gewalt
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Ausgangskonstellationen und der jeweilige Beratungsprozess
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Die Mutter erlebte häusliche Gewalt durch den Vater des Mädchens, hat sich getrennt, aktuell keine Gewaltbeziehung
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Diese Situation ist in dem Fallbeispiel zu Beginn ausführlich beschrieben.
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Es ist immer wieder anrührend mitzuerleben, wie erleichtert die Frauen
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auf die Nachfrage nach den genaueren Umständen ihrer Beziehung, die Frage
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der Trennung, auf die Frage nach eventuellen Gewaltsituationen reagieren.
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Viele kommen ja gerade mit dem Gefühl, „alle interessieren sich nur für meine
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Tochter, ich habe anscheinend alles falsch gemacht, ich muss mich hier verteidigen.“
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In der Frage nach ihrem eigenen Opfer-Sein in bestimmten Konstellationen fühlen sie sich gesehen und angenommen. Oft öffnen sich dann längst
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fest verschlossene Schleusen, ihre eigene Verletzung darf benannt werden.
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Dabei besteht eine wichtige Verantwortung der Psychologin darin, die Mutter darin zu stützen, nicht zu weit in eine etwaige Traumaexposition, d.h. das
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genaue Erzählen der traumatischen Erfahrung mit den dazu gehörigen Affekten, einzusteigen. Diese Gratwanderung ist besonders schwierig, da es um
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die Wahrnehmung der Auswirkungen auf das eigene Leben und des Lebens
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der Tochter, bzw. der Kinder geht, während gleichzeitig zu verdeutlichen ist,
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dass für diesen angerissenen Prozess weitergehende professionelle Hilfe notwendig ist.
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Viele dieser Mütter haben die Folgen ihrer Gewalterfahrung verdrängt
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oder bagatellisiert und leben mit dem Abwehrmechanismus der altruistischen
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Abtretung nunmehr für ihre Kinder. Jede Form der Aggression der Tochter
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wird als gefährlich erlebt und muss mit der Botschaft „ich habe doch alles für
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dich getan, wie kannst du nur“ in Schach gehalten werden. Damit ist die Mutter
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als Person mit eigenen Bedürfnissen, einer eigenen Geschichte für die Tochter
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nicht wahrnehmbar. Das schlechte Gewissen ist dann manchmal das einzige
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Erziehungsmittel, das ihnen zur Verfügung steht, Grenzen zu setzen.
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Um die Kinder zu schützen, wird ihnen in der Regel nichts oder nur sehr
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bagatellisierend über die Gewalttätigkeit des Vaters erzählt. Oft kommt auch
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noch hinzu, dass es für die Mutter zu beschämend ist, von der Gewalt zu
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sprechen, besonders wenn auch die Umstände der Zeugung in Zusammenhang mit der Gewalt standen, wie Zeugung durch Vergewaltigung (siehe
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Heynen in diesem Band) oder durch einen Akt der Versöhnung nach einer
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Gewaltsituation. Gerade in diesen Fällen ist aber andererseits die emotionale
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Beziehung zu den Kindern sehr von diesem Hintergrund geprägt. Die Kinder
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spüren eine gewisse Leere in der Zuwendung, das Unechte dieser Beziehung,
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das sich manchmal hinter besonders intensiver äußerlicher Hinwendung verbirgt. Von daher müssen sie für sich folgern, dass sie selbst es sind, die diese
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emotionale Begrenzung verursachen und entwickeln Schuldgefühle, die sich
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gerade in der Pubertät bis zu einem gewissen Selbsthass entwickeln können.
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