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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
Formulierung ihrer Fragen die Hilfe der Therapeutin. Viele Kinder, die der
Therapeutin berichteten, dass auch die Mutter sie geschlagen habe, konnten
die Mutter diesbezüglich im Laufe der gemeinsamen Sitzungen schließlich
zur Rede stellen. Viele Kinder erzählen der Mutter nun auch von ihren eigenen Misshandlungen durch den Vater oder Stiefvater. Oftmals erfolgten diese
Misshandlungen auf folterähnliche Weise, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. Solange sie mit dem Vater/Stiefvater zusammenlebten, trauten sie sich
nicht, der Mutter hiervon zu erzählen, da dies womöglich für noch mehr Ärger gesorgt hätte. Einige Mädchen, die sich kurz vor der Pubertät befanden,
haben auch sexuelle Belästigungen durch den Vater bzw. Stiefvater erfahren.
Sobald wir Anzeichen sexueller Vergehen an einem Kind erkannten, nutzten
wir die uns zur Verfügung stehenden Mittel zur Bearbeitung dieser speziellen
Übergriffe in Zusammenarbeit mit Spezialisten für diese Problematik.
Der dritte Schritt des Gesprächs umfasst auch Regeln zum Zusammenleben in der neuen Wohnsituation. Unser Ziel für die gemeinsamen Gespräche
ist es, zusammen mit der Mutter und den Kindern Schamgefühle aufzulösen
und Schuld zu bearbeiten, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihren ambivalenten Gefühlen gegenüber beiden Elternteilen Ausdruck zu verleihen und
das Verständnis für die Auswirkungen dieser Ambivalenz auf ihr Verhalten
gegenüber den Eltern zu stärken. Wir bestätigen das, was viele Kinder wissen: Gewalt, die verletzt und Leid bereitet, ist ein Verbrechen. Sobald sich
das Leben der Kinder und der Mutter voraussehbarer und sicherer gestaltet,
finden die Kinder den notwendigen Raum für eigene Gefühle und Bedürfnisse. Sorgen und widersprüchliche Gefühle der Kinder zum Geschehenen
kommen abhängig von Alter und Beziehung unterschiedlich zum Ausdruck.
Dies verstärkt die besondere Aufgabe der Mutter, den Reaktionen der Kinder
im offenen Dialog zu begegnen.
Die gemeinsam mit Mutter und Kind geführten Gespräche gegen Ende einer jeden Therapiesitzung sind kurz (10-20 Minuten), aber von großer Bedeutung für die gegenwärtige und zukünftige Beziehung zwischen Mutter und
Kind. Ziel unserer Gespräche war die Gestaltung und Wiederherstellung der
Beziehung des Kindes zu Nahestehenden, die Entwicklung einer spontanen
Kommunikation durch neue Wege des Verständnisses und der Nähe unter
den Geschwistern und zwischen den Kindern und der Mutter. Kinder und
Mutter finden zu einem gemeinsamen Erzählen, das auch über den Zeitrahmen der Therapie hinaus zu einer anhaltenden Bearbeitung führt.
Unsere therapeutische Arbeit wird oft gemeinsam mit der Mutter und
ihrer Sozialarbeiterin in der Hoffnung beendet, dass die Sozialarbeiterin im
weiteren Verlauf Hilfe anbieten und durch Koordination von Ressourcen die
Voraussetzungen für ein Leben ohne Drohungen und Gewalt schaffen kann.