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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt

wir wissen, wie es ist, Zeuge von Gewalt in der Familie geworden zu sein. Ein zu zeitiges Auffordern des Kindes, selbst zu berichten, kann verstärkt dazu beitragen, Ängste zu provozieren, und somit eine Bearbeitung behindern. Das Kind muss wissen, dass der Elternteil, auf den es angewiesen ist, seine Erlaubnis gibt, über das Geschehene zu reden. Die Mutter gibt ihr Einverständnis, sobald sie selbst sicher sein kann, dass ihr und ihren Kindern mit Respekt und Verständnis begegnet wird. Sie muss aber auch die Gewissheit haben, dass sie kein Eingreifen von behördlicher Seite zu fürchten hat und ihr das Sorgerecht nicht entzogen wird. Dem Kind oder den Kindern stellen wir die Frage, ob sie sich an eine Situation erinnern können, in der sie gesehen oder gehört haben, wie die Mutter geschlagen wurde. In der Regel berichten sie dann von einem Ereignis, das ihnen viel Angst eingeflößt hat. Unsere direkten Fragen öffnen den Weg für einen Dialog, obwohl die Kinder auch auf unterschiedliche Weise zeigen, dass sie sich in Bezug auf die furchtbaren Erlebnisse in einem ständigen Konflikt zwischen Schweigen und Sprechen befinden. Die ersten Gespräche mit Mutter und Kind sind gefühlsmäßig oft sehr starke Erlebnisse für die Mutter. Sobald die Kinder von dem Erlebten berichten, wird es häufig schwierig und überraschend für die Mutter. Die Mütter haben oftmals nicht erkennen können, wie qualvoll die Situation für ihre Kinder war und wie schreckerfüllt sie waren. Die Kinder hingegen fühlen sich im Anschluss an die Erzählung erleichtert. In vielen Fällen erstellen wir eine soziale Netzwerkkarte, mit deren Hilfe das Kind zeigen und mitteilen kann, ob eine Person im nahen Verwandtenkreis oder in der näheren Umgebung Kenntnis von seiner Situation hat und das Familiengeheimnis mit ihm teilt.

Die Arbeit mit dem Kind Der zweite Schritt beginnt zu dem Zeitpunkt, zu dem das Kind oder die Kinder ihr Bedürfnis nach einer Unterbrechung zeigen. Ihre Signale, etwas anderes tun zu wollen als nur zu sitzen und zu reden, werden für gewöhnlich nach etwa 15-20 Minuten sichtbar. Während des zweiten Schritts geht das Kind mit seiner Therapeutin in einen angrenzenden Raum mit Spielsachen, einem Sandkasten, einem Puppenhaus, Kreide, Malfarben und Lehm. Beim Präsentieren des vorhandenen Materials wird das Kind bzw. werden die Kinder ermuntert, all das zu spielen, zu zeichnen oder zu erzählen, was sie gesehen und über was sie sich gewundert haben. Die Therapeutin unterstützt behutsam die Konfrontation der Kinder mit ihrer Wirklichkeit, wobei sie die besonderen Bedingungen der Kinder und ihre Perspektive berücksichtigt. Sie ist sich der besonderen Bedeutung von Offenheit gegenüber jedem Gefühl der Kinder und deren Überlebensstrategien bewusst und findet ein Gleichgewicht zwischen Fragestellung und Abwarten spontaner Äußerungen der Kinder. Sie verhindert somit, dass die