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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
Im symbolischen Spiel versuchten wir immer wieder sehr ausgeprägt, die Besonderheiten und das Einmalige der Kinder in ihren jeweiligen Rollen zu unterstützen. So wurden sie von uns beispielsweise im Spiel bei der Vorführung in einer „Fernseh-Tiershow“ bewundert, gelobt, gerühmt und beklatscht. Alle vier Kinder hatten Hunderollen gewählt und konnten unterschiedliche Kunststücke vorführen. Jeder Hund war eine eigene Rasse mit einem besonderen Aussehen (schönes Fell, große Ohren,…) und hatte sehr besondere Fähigkeiten (gute Spürnase…). Bei der Tiershow zeigten sie tolle Kunststücke und wurden von der Hundebesitzerin voller Stolz vorgeführt und vom Moderator und Publikum der Tiershow mächtig bewundert. Es gab den stärksten Hund der Welt, den bravsten Hund der Welt, den Hund, der am besten tanzen konnte und einen Hund, der die elegantesten Sprünge machen konnte. So erfuhren die Kinder im Spiel, dass sie wahrgenommen, gesehen, anerkannt, gewertschätzt wurden. Durch das Aussprechen der besonderen Qualitäten der Tiere durch die Therapeuten machten die Kinder die Erfahrung narzisstischer Bewunderung und Begeisterung seitens der Übertragungseltern. Dieser real sich zeigende „Glanz in den elterlichen Augen“ und der „mitschwingende Stolz in der Stimme“ der Eltern ließ die Kinder die Erfahrung machen: ich bin bedeutsam, ich bin wichtig, ich bin gewollt hier und es ist richtig und gut, dass es mich gibt. Die direkt erfahrbare Wertschätzung der Therapeuten stärkte das kindliche Selbstvertrauen und gab ihnen Kraft, auch anderen gegenüber toleranter zu sein.
Kompromissbildung Bei der Entwicklung der Idee für ein gemeinsames Spiel konnten sich die Kinder ihre Spielrolle ihrem eigenen aktuellen Bedürfnis entsprechend selbst auswählen. Die Rollenwahl fiel den Kindern sehr leicht und konnte schnell auf das einzelne Kind bezogen abgesprochen werden. Nun war es uns aber wichtig, in Absprache mit allen Kindern aus den einzelnen Rollen eine verbindende Linie zu entwickeln, so dass daraus auch eine gemeinsame Geschichte gespielt werden konnte. Das hieß, die jeweils unterschiedlichen Bedürfnisse zu einem gemeinsamen Ganzen unter einen Hut zu bringen waren. Dieser Aushandlungs- und Einigungsprozess war nicht immer leicht. Er erforderte von den Erwachsenen wie von den Kindern große Geduld und Beharrlichkeit. Nur selten saßen die Kinder ruhig im Kreis. Sie rutschten unruhig hin und her, machten Quatsch oder holten sich ein Spielzeug. Sie wollten möglichst schnell in Aktion treten und spielen. Wir waren immer wieder versucht, vorschnell nachzugeben, den erstbesten Spielvorschlag anzunehmen und den Prozess der Konsensfindung abzukürzen. Lässt man jedoch diesem Einigungsprozess zu diesem Zeitpunkt, also vor dem Spiel, nicht diesen