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Psychodramatische Gruppentherapie für Mädchen und Jungen
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bene zeigen und ausgestalten konnten. Wir spielten eine „Auffangstation für
verletzte Tiere in Afrika“. Die Kinder sollten verletzte Tiere sein und in dieser Rolle ihre Verletzungen, aber auch ihre Wünsche nach Zuwendung und
Fürsorge zum Ausdruck bringen können, was im Gespräch und mit Worten
nicht möglich ist. Die Kinder griffen diese Idee begeistert auf und suchten
sich jeweils selbst ein für sie passendes Tier. So gab es eine Antilope, einen
Tiger, einen Adler und einen Gepard. Wir - eine weibliche und eine männliche Therapeutin - wählten zu Gruppenbeginn unsere Rollen auch selbst. Wir
wollten positive „Elternrollen“ repräsentieren und schlüpften in die Rolle von
Tierarzt und Tierpfleger. In den ersten beiden Gruppensitzungen hatten wir
dabei gut zu tun. Die unterschiedlich verletzten Tiere konnten nicht genug
bekommen von unserer Fürsorge und Zuwendung. Wir schienten Flügel und
Pfoten, versorgten die Wunden, legten Verbände an, sprachen Trost zu, streichelten sie liebevoll, brachten ihnen Futter, richteten ihr Lager und wiegten
sie auf ihren Decken. Einmal waren die Kinder dabei so entspannt, dass sie
beinahe einschliefen.
Abb. 1 Wie Lisa die Gruppe sah: Die Tiergruppe wird rechts und links von den beiden Therapeuten eingerahmt und geführt
In jeder einzelnen Gruppensitzung wurde mit den Kindern eine neue Geschichte kreiert. Sie konnte an die Geschichte vom letzten Mal anknüpfen oder neu
entwickelt werden. Jede Sitzung war einmalig und konnte von daher nicht im
einzelnen im Voraus geplant werden. Während der ersten 8 - 10 Sitzungen
blieben die Kinder bei der Idee der verletzten Tiere und bauten immer weitere
Abenteuer in das Spiel mit ein (Auftreten von Wilderern, Tierfängern und
Überfälle von wilden und gefährlichen Tieren). Die letzten Gruppenstunden
entwickelten sie neue Ideen und differenzierten auch ihre Rollen (weitere