2026-001/documents/theory/diagnostics/handbuch-kinder-und-haeusliche-gewalt/pages/329.md

32 lines
1.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

Psychodramatische Gruppentherapie für Mädchen und Jungen
331
Miteinander erleben. Sie haben sehr darauf geachtet, wie wir damit umgehen,
wenn wir nicht weiter wussten, uns nicht auf Anhieb einig waren oder wenn
sie uns gereizt und genervt haben. Wir haben uns vor den Kindern ausgetauscht, verhandelt, abgesprochen und uns auf eine Linie geeinigt, um uns
nicht ausspielen zu lassen. Diese positive, konstruktive Form der Zusammenarbeit sollte modellhaft eine korrigierende Erfahrung im Hinblick auf die aktuelle innerfamiliäre Gewalt sein.
Gruppensetting
Vorgespräche
Wir entschieden uns für die Durchführung von 15 Gruppensitzungen, die
wöchentlich stattfanden. Von den Kindern, die wir durch Einzelgespräche
kennen gelernt hatten, wählten wir vier Kinder aus, deren familiäre Situation
ähnlich war und für die wir eine Gruppenerfahrung für sinnvoll und förderlich hielten.
Schnuppersitzung
Zum gegenseitigen Kennenlernen luden wir zu einer Gruppenstunde ein, in
der wir die Kinder auch mit unserer Methode dem Spielen von Geschichten
auf der Symbolebene vertraut machten. Wir wollten sehen, ob die Kinder
sich darauf einlassen können. Gleichzeitig konnten sie sich selbst nach der
Schnuppersitzung für oder gegen die Gruppenteilnahme entscheiden.
15 Gruppensitzungen
Die Kinder wurden von ihren Müttern ins Kinderschutz-Zentrum gebracht
und wieder abgeholt. Bis alle Kinder eingetroffen waren, warteten wir alle in
einem Raum, in dem die Kinder von uns mit Getränken und kleinen Naschereien versorgt wurden. Während dieser „Wartezeit“ ergab sich immer auch
schon ein kurzer Austausch über Alltagserlebnisse. Die eigentliche Gruppensitzung fand in einem anderen Raum statt, ausgestattet mit vielen Kissen,
Matten, Tüchern und Kisten mit verschiedenen Gegenständen und Utensilien
(zum Verkleiden u.ä.).