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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
und die Mädchen eher vom Bedürfnis der Jungen nach Abgrenzung und Autonomie. Das Alter der Kinder sollte eng zusammenliegen, damit die Spielbedürfnisse nicht zu sehr divergieren. Die Kinder waren zwischen 7 und 9 Jahre alt. Sie lebten bei ihren Müttern und hatten mehr oder weniger regelmäßigen Kontakt zu ihren Vätern die nicht mehr zuhause lebten.
Gruppenleitung Als gemischtgeschlechtliches Therapeutenpaar wollten wir den Kindern „Übertragungseltern“ sein, damit sie sich mit ihren inneren Mutter- und Vaterbildern auseinandersetzen konnten. Aus den vielen Gesprächen mit Kindern wissen wir, dass sie sich in ihren Gefühlen dem Vater wie auch der Mutter gegenüber oft sehr ambivalent erleben. Sie lehnen die Gewalttätigkeit des Vaters ab und kommen oft in die Rolle des Beschützers der Mutter, gleichzeitig fühlen sie sich mit dem Vater verbunden. Sie haben Angst vor ihm, sehnen sich aber ebenso nach Anerkennung, nach Nähe und Aufmerksamkeit. Diese Gefühle und Wünsche wirken im Übrigen auch dann, wenn kaum mehr oder gar kein Kontakt mehr zum Vater stattfindet. Mit diesen ambivalenten Gefühlen sind Kinder häufig sehr alleingelassen. Da die Eltern in der Krisensituation oft hochverstritten sind, trauen sich die Kinder kaum, dem einen Elternteil von ihren Sehnsüchten und Wünschen zu berichten, da sie fürchten, der andere Elternteil werde dadurch verletzt. Im Gruppengeschehen konnten sie nun dem „symbolischen Vater“ gegenüber sowohl ihre Aggression und Wut als auch ihr Bedürfnis nach Zuwendung und Anerkennung zeigen, ohne zu befürchten, dass sie damit jemanden enttäuschen oder mit ihrer Rolle als Beschützer in Konflikt kommen. Auch der Mutter gegenüber gibt es ambivalente Gefühle. Die in der häuslichen Gewaltsituation erlebte ohnmächtige Rolle der Mutter bringt die Kinder aus ganz anderen Gründen in die Ambivalenz. Sie erleben, wie wichtig sie für die Mutter als emotionale Stütze, als Beschützer, als Hilfe im Alltag sind. Umgekehrt haben sie häufig auch Angst, dass der Mutter noch mehr passieren könnte und sie dann alleine bleiben. Kinder mit Erfahrungen häuslicher Gewalt klammern sich nicht nur oft an den Elternteil, bei dem sie verbleiben, sondern fühlen sich auch sehr verantwortlich für dessen Wohlergehen. Diese Besorgnis steht der normalen Entwicklung eines Kindes entgegen, sich abzugrenzen, wegzuentwickeln, sich zu lösen. Im Spiel konnten sie der weiblichen Therapeutin gegenüber sowohl ihre Wünsche nach Versorgtwerden zeigen und sich gleichzeitig auch abgrenzen. Die „Übertragungsmutter“ ist durch die „klammernden“ Kinder nicht überfordert (eine Gruppensitzung lang ist das gut auszuhalten), aber auch nicht enttäuscht, wenn diese sich abgrenzen und eigene Wege gehen. Zudem muss sie nicht beschützt werden, was für die Kinder sehr entlastend sein kann. Als Therapeutenpaar konnten uns die Kinder zudem in einem partnerschaftlichen