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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
Durch die Anfertigung und Auswertung eines Situationsportraits und die Entwicklung eines Dokumentationsbogens durch einzelne Erzieherinnen wurde dafür gesorgt, dass v.a. verhaltensauffällige Kinder noch aufmerksamer wahrgenommen wurden. Einzelne Erzieherinnen nahmen hierzu auch an der externen Fortbildung „Systematisches Beobachten von Kindern“ teil. Dies war eine wichtige Voraussetzung, um nächste Schritte bei der Unterstützung des Kindes und seines Elternhauses zu überlegen und einzuleiten. Um die Eltern über das Projekt PräGT zu informieren und für die Thematik zu sensibilisieren, erarbeitete die Kitaleiterin gemeinsam mit der Projektkoordinatorin einen Elternbrief. Hier war Zeit und Fingerspitzengefühl gefragt, da die Kita am Beginn des Projektes selbst viel mehr Fragen als Antworten zum Präventionsprojekt hatte. Doch mit zunehmender Sicherheit, mehr Wissen und gewachsener Sensibilität wurde immer mehr auch für die Eltern möglich. Hier einige Beispiele: ȡ Die Leitung der Kita bot einer Frauenhausbewohnerin in einer Notsituation einen Kindergartenplatz an. Sie konnte dieser Frau die Sicherheit geben, mit der besonderen Situation der von häuslicher Gewalt betroffenen Kinder und Frauen vertraut zu sein. ȡ Zwei Mütter wurden durch die Kitaleiterin an die EEFL-Beratungsstelle weiter vermittelt. In einem Fall erfolgte eine sehr gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen Beraterin, Erzieherin und Mutter; die Erzieherin nahm außerdem an einer Fallkonferenz des gesamten EEFL-Beratungsteams teil. ȡ Eine neu erprobte Form der Elternarbeit, die Elterngesprächsabende, wurde unerwartet gut von den Eltern angenommen. So gestalteten die Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner Abende zu den Themen: „Mit Respekt geht’s besser“ und „Grenzen setzen, aber wie?“ und stellten das Elterntrainingsprogramms „Triple P“ vor.22
Zur Arbeit mit dem Praxisleitfaden Um all die guten und wichtigen Ergebnisse und Erfahrungen des Projektes PräGT sowohl anderen Erzieherinnen und Erziehern als auch anderen Interessierten zugänglich zu machen, erarbeiteten die beiden Projektkoordinatorinnen gemeinsam mit der wissenschaftlichen Begleitung einen Praxisleitfaden. Dieser kann zum einen für die Planung, Durchführung und Auswertung eines Projektes zum Thema „Prävention häuslicher Gewalt“ in Kindertagesstätten verwendet, zum anderen kann er aber auch zur Bearbeitung verschiedener Fragestellungen genutzt werden wie z. B.: Welche Auswirkungen hat häusliche Gewalt auf Kinder? Was muss ich bei der Erstellung eines Konzeptes beachten? 22 „Triple P“ steht für die drei Ps von „Positive Parenting Programm“, auf Deutsch: Positives Erziehungsprogramm. Mehr Informationen unter www.triplep.de