3.2 KiB
Gruppenarbeit mit Mädchen und Jungen im Frauenhaus
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zuletzt viele von ihnen relativ überraschend ausziehen. Es wird deutlich, dass es einen großen Erklärungsbedarf auch für die einfachen Dinge des Lebens gibt. So besteht ein wesentliches Angebot in der Erklärung und Begleitung der Kinder bei alltäglichen Unternehmungen und Handlungen. Die Pädagoginnen achten aufmerksam auf die Äußerungen des einzelnen Kindes in der Gruppe. Sie fragen nach, ob die dabei wahrgenommenen Gefühle zutreffend sind, und eventuell auch, wie sie entstanden sind. Immer wieder werden die Kinder darauf aufmerksam gemacht, was in ihnen und auch anderen vorgeht. Sie werden mit ihren Gefühlen angenommen und ermutigt, ihren Erfahrungen und Gefühlen, insbesondere ihrer Trauer und Wut, auf verschiedenste kreative Weise Ausdruck zu verleihen. Langsam lernen sie einen neuen Umgang mit ihren Gefühlen. Die Kolleginnen greifen Themen, insbesondere die Themen erlebte Gewalt, Vater, Mutter, Trauer und Wut, die in der Gruppe angedeutet werden, aktiv auf. Sie fragen interessiert nach und achten dabei besonders sensibel auf die Grenzen der Kinder, die erzählen, und schützen dabei auch die, die zuhören. Sie helfen den Kindern, ihre Erinnerungen und Gefühle zu ordnen und herauszufinden, was sie sich für die Zukunft wünschen. Auch Spiele, bei denen die Kinder lernen, ihre Grenzen zu setzen und ihre Gefühle besser kennen zu lernen ( z.B. ein Fangspiel, bei dem die Kinde nur erlöst werden, wenn sie ein Gefühl nennen), autobiografische Erzählspiele sowie pädagogische Materialien, wie Gefühlewürfel oder Feelingcards, werden zur Vertiefung angeboten. Die Konflikte zwischen den Kinder werden aufgenommen und als Chance begriffen. Sie werden mit allen Betroffenen bearbeitet, wobei auch nichtbeteiligte Kinder um Lösungsvorschläge gebeten werden. Gewalt und Grenzverletzungen werden dabei nicht toleriert. Auch sehr kleine Kinder oder Kinder mit sehr begrenzten Deutschkenntnissen, die ihre Wünsche und Grenzen oftmals nur durch körperliche Auseinandersetzungen artikulieren können, werden altersgemäß dabei unterstützt, andere Ausdrucksmöglichkeiten zu finden oder sich Unterstützung von den Erwachsenen zu holen. Ein großer Wert wird in den Gruppen darauf gelegt, Abschiede und Geburtstagsfeste so schön wie möglich zu gestalten. Die Kinder sollen erleben, dass sie hier wertgeschätzt werden. Abschiede haben viele von ihnen schmerzhaft und plötzlich erlebt. Außerdem sollen sie sich an die Zeit im Frauenhaus und den Abschied positiv erinnern, nicht zuletzt, um sich auch in anderen Situationen ihres Lebens wieder Hilfe zu holen. Deshalb gibt es für jedes Kind ein schönes Fest oder wahlweise einen besonderen Ausflug. Auch ein schön verpacktes Geschenk darf nicht fehlen. Spiele und Gespräche, die Visionen und gute Wünsche für die Zukunft zum Thema haben, werden von den Pädagoginnen inszeniert. Beispielsweise schreibt oder malt jedes Kind einen guten Wunsch auf einen Zettel, diese werden eingesammelt und dem Kind mit der Unterstützung von Gongs vorgelesen. Schulkinder und Jugendliche erhalten ein Kärtchen mit den wichtigsten Telefonnummern von Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche.