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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt

reagiert, ihr selbst geht es letztlich auch nicht gut, auch sie leidet unter der derzeitigen Unsicherheit und den weiterhin andauernden Auseinandersetzungen mit Maries Vater. Die Beraterin informiert Frau B. über die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung der Tochter, sollten sich Maries Schwierigkeiten in den nächsten Monaten nicht mindern. Frau B. erfährt, dass es verhaltenstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten sowie analytische bzw. tiefenpsychologisch fundiert arbeitende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gibt. Verhaltenstherapeutische Behandlung würde bei Marie so aussehen, dass sehr konzentriert am Symptom gearbeitet werden würde und Marie lernen würde, wie sie mit ihren Ängsten umgehen kann. In der tiefenpsychologischen bzw. analytischen Behandlung würde es mehr darum gehen, auf welchem Hintergrund die Symptomatik entstanden ist, welche Konflikte Marie vielleicht unbewusst in sich trägt und welche seelischen Entwicklungen aus den Jahren zuvor evtl. mit zur Problematik beitragen. Beide Therapieformen beinhalten auch regelmäßige Termine mit der Mutter. Frau B. entschließt sich, eine analytisch/ tiefenpsychologisch arbeitende Therapeutin anzurufen, da sie glaubt, dass Marie ganz sicher viele Ängste in der Zeit des Zusammenlebens der Familie und der miterlebten Gewalt „runtergeschluckt“ hat und nun in sich trägt. Im Rahmen von Vorgesprächen, abgerechnet über die Versichertenkarte von Marie, lernen sich Frau B., Marie und die Therapeutin kennen. Von der Therapeutin erfahren sie, dass es in der momentanen unsicheren Situation nicht möglich ist, eine langfristige psychotherapeutische Behandlung zu beginnen. Die Therapeutin ist sehr wohl der Meinung, dass dies im Grunde für Marie gut wäre, denn sie hat sich mithilfe verschiedener Tests ein erstes Bild über die innere Welt von Marie machen können und vermutet tieferliegende Konfliktlagen und u.U. auch traumatische Verarbeitung der Gewalterlebnisse. All das habe vermutlich mit dazu geführt, dass Marie in der aktuell krisenhaften Umbruch- und Trennungssituation Alpträume und Ängste habe. Die Therapeutin informiert Frau B. über die Möglichkeit, aktuell zwar keine langfristige Psychotherapie beginnen zu können, da hierfür der notwendige stabile Lebensrahmen für Marie und die Mutter fehle, jedoch eine Kurzzeittherapie für Marie anzubieten. Maximal 25 Stunden für Marie und 6 Termine für Frau B. wären möglich, in denen unter der Überschrift „Krisenintervention“ sehr aktuell an der derzeitigen Lebenssituation orientiert stützend und stärkend gearbeitet werden könne. Es ginge in dieser Kurzzeittherapie noch nicht darum, belastende Faktoren aufzudecken und aufzuarbeiten, dazu sei momentan nicht die Kraft vorhanden. Das wäre Aufgabe einer Langzeittherapie, die bei Bedarf ein bis mehrere Jahre dauern könne. Momentan ginge es in einer therapeutischen Begleitung um Stärkung von Ressourcen, Orientierung und Klärung und die Wiederherstellung von Handlungsfähigkeit und Perspektiventwicklung.