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Therapeutische Arbeit mit Kindern, die häusliche Gewalt erlebt haben
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Wahrscheinlichkeit des Behandlungserfolges beifügen muss. Dieser Bericht ist
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für die Krankenkassenmitarbeiter nicht einsehbar und geht anonymisiert an
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externe Gutachter, die der jeweiligen Krankenkasse eine Empfehlung geben,
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ob und in welchem Umfang die beantragte Behandlung finanziert werden
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sollte. Um die im Vorfeld notwendigen Schritte und Prozesse zur Einleitung
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einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie besser vorstellbar zu machen,
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möchte ich Ihnen Frau B. und die 9-jährige Marie vorstellen und beide auf
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ihrem Weg der Hilfesuche begleiten.
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Frau B. und ihre Tochter Marie
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Frau B. lebt seit zwei Monaten mit Marie im Frauenhaus, nachdem sie mit
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ihrer Tochter den Mann verlassen hat, von dem sie seit zwei Jahren psychisch,
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seit einem Jahr auch körperlich misshandelt wurde. Marie hat viele dieser
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Situationen miterlebt oder von ihrem Bett aus verängstigt mitangehört. Maries Vater hat einen Antrag auf Umgang mit seiner Tochter gestellt. Über den
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Antrag wurde noch nicht entschieden. Nachdem Marie in den ersten Wochen
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einerseits erleichtert über den Wegzug, andererseits auch traurig über den
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Verlust der ehemaligen Klasse und ihres Zuhauses war, hat sie sich schon
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ein wenig eingewöhnt im Frauenhaus und in ihrer neuen Klasse und schon
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eine Freundin gefunden. Marie erlebt mit, wie ihre Mutter oft ängstlich und
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verzweifelt ist, versucht sie zu trösten und schiebt alle Gedanken an den Vater
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ganz weit weg, um sich nicht durcheinander fühlen zu müssen. Seit einigen
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Nächten träumt sie immer wieder schreckliche Sachen, oft vom Vater. Manchmal kann sie sich auch gar nicht erinnern, was sie geträumt hat. Sie wacht
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dann einfach panisch auf, oft weint sie auch. Dann krabbelt sie zu ihrer Mutter
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ins Bett, um wieder einschlafen zu können. Es wird auch immer schwerer für
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Marie, morgens von der Mutter weg zur Schule zu gehen. In der Schule kann
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sie sich oft gar nicht gut konzentrieren, sie denkt an die Mutter und weicht
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ihr ab Mittag kaum von der Seite. Manchmal weint sie schon abends im Bett,
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wenn sie daran denkt, sich am nächsten Morgen von der Mutter trennen zu
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müssen. Frau B. ist hilflos, sie versteht nicht, was mit Marie los ist. Sie wendet
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sich an die Erzieherin des Frauenhauses und spricht mit ihr. Dort erfährt sie,
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dass sie in der Erziehungsberatungsstelle Hilfe bekommen kann. Frau B. ruft
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dort an und bekommt in der nächsten Woche einen Termin.
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In mehreren Gesprächen, auch nachdem Marie einmal einen Termin mit
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der Beraterin hatte, erfährt Frau B., dass Maries Auffälligkeiten vermutlich
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mit der aktuellen krisenhaften Trennungssituation zusammenhängen, die
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auf dem Hintergrund der zuvor existierenden häuslichen Gewaltsituation
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von Marie nicht mehr ausreichend bewältigt werden kann. Frau B. hört, dass
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es durchaus normal sei, dass ein Kind in einer solchen Situation Alpträume
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habe und sich an die Mutter klammere, da Marie möglicherweise Angst um die
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Mutter hat. Frau B. versteht, dass Marie auf die momentan unsichere Situation
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