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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit

einandersetzen musste. Die vorgenommene Bestimmung von Gelingens- und Hemmnisfaktoren ermöglicht eine bewusstere Gestaltung von Kooperationsprozessen, macht bescheidener und verhilft dazu, Probleme in der Zusammenarbeit nicht primär zu personalisieren. Nach diesem eher analytischen Teil geht es in die Praxis: Ist die Kooperation gelungen und was wurde auf dieser Basis bei BIG im Bereich Kinder/Jugendliche umgesetzt? Zum Schluss sollen einige Zukunftsperspektiven für die weitere Arbeit benannt werden.

Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt BIG wurde 1995 als erstes bundesweites Modellprojekt im Bereich der Intervention bei häuslicher Gewalt gegründet. Ziel war und ist, umfangreiche Maßnahmenpakete und Einzelstrategien zum Schutz der betroffenen Frauen und ihrer Kinder zu entwickeln, gewalttätige Männer konsequent in Verantwortung zu nehmen, einen breiten gesellschaftlichen Konsens und ein abgestimmtes Handeln aller beteiligten Berufsgruppen zu erreichen (vgl. BIG Dokumentation 1996). Zur Analyse der bestehenden Situation sowie zur Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen und Unterstützungsangeboten auf verschiedenen Ebenen wurden ressortübergreifende, interdisziplinär besetzte Arbeitsgremien in sieben Themenfeldern eingerichtet: Polizei, Zivilrecht, Strafrecht, Migrantinnen, Unterstützungsangebote für Frauen, Täterarbeit, Kinder und Jugendliche. In den Jahren 1996 bis 1999 erarbeitete BIG mit ca. 150 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern Vorschläge für gesetzliche Änderungen, innovative Handlungskonzepte, neue Projekte sowie Informationsmaterial und Arbeitsinstrumente für verschiedene Berufsgruppen. In den Jahren 2000 bis 2002 wurde die Umsetzung der geplanten Schritte in die Praxis beobachtet und begleitet. Parallel dazu wurden weitere Veränderungsvorschläge erarbeitet, Fortbildungen für verschiedene Berufsgruppen und Multiplikatorinnenschulungen angeboten und zahlreiche, auch mehrsprachige, Materialien publiziert. Seit 2003 ist die Berliner Interventionszentrale als ständige Einrichtung etabliert.

Fachgruppe/Steuerungsgremium14 Kinder und Jugendliche BIG hat die Situation von Kindern im Kontext häuslicher Gewalt als Querschnittsthema in allen Arbeitsbereichen aufgegriffen, weil deutlich wurde, dass Mädchen und Jungen nicht nur von den Auswirkungen häuslicher Gewalt gegen die Mutter, sondern auch von jeder Intervention zum Schutz misshandelter Frauen tangiert werden. Die Polizei, die in der Akutsituation 14 Ich werde in den weiteren Ausführungen von „Fachgruppe“ sprechen, weil die jeweiligen Gremien in den ersten Jahren, um die es in meinem Beitrag vorrangig geht, so bezeichnet wurden und erst ab 2001 der Begriff des Steuerungsgremiums eingeführt wurde.