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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit
die Frage ist, welcher gesellschaftlichen Veränderungen es bedarf, um Liebe und Fürsorglichkeit möglichst gewaltfrei zu konstruieren. Dass Frauen prinzipiell ebenso wie Männer zu Gewalt fähig und in ihren Dominanzbereichen auch gewalttätig sind, sollte weder dazu verleiten, diese gewalttätige Seite von Frauen zu verharmlosen, noch dazu, daraus eine Relativierung männlicher Gewalt gegen Frauen abzuleiten. Gewalt ist nie gerechtfertigt, sondern in jedem Falle der falsche Weg zu dem es immer Alternativen gibt, auch wenn diese subjektiv nicht verfügbar scheinen. Individuelle und soziale Voraussetzungen für verantwortliches, gewaltfreies zwischenmenschliches Handeln sind: • ȱ ȱ ȱ §đȱ ȱ ȱ ȱ Ĵ§ȱ těǰȱ • eine Kultur der Gewaltlosigkeit einschließlich sozialer Strukturen, die Teilhabe und einen ausreichenden Lebensstandard ermöglichen und • ȱĞȱ ǯ Für Professionelle im psychosozialen Bereich gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Gewaltproblematik in familialen Kontexten auch Bewusstheit über die Grenzen des institutionellen Gewaltschutzes, d.h. Bewusstheit über die Relativität des eigenen Schutzangebotes. Gewaltvorkommnisse z.B. in Frauenhäusern (von Müttern gegenüber Kindern, unter den Frauen) machen diese Einrichtungen keineswegs überflüssig, sollten jedoch zur Nachdenklichkeit gegenüber einer zu schnellen, scharfen Konstruktion von Gegensätzen - Gewalt hier und Gewaltfreiheit dort - anregen.
Integrierende Funktion von Institutionen Frau A.s Erfahrungen sind in ihrer Dramatik sicher nicht typisch für alle misshandelten Frauen und Mütter, ebenso wenig ihre Offenheit bezogen auf ihre eigene Gewalttätigkeit. Doch gerade deshalb lässt sich anhand ihrer Selbstdarstellung die Komplexität häuslicher Gewalt aufzeigen: das vielfältige Scheitern von Beziehungswünschen, das Ausleben männlicher und mütterlicher Dominanz und das Festhalten an Beziehungen. Ebenso wird der Nutzen sozialer Institutionen deutlich, hier des Frauenhauses und des Kindertherapeuten, die konkrete Hilfen anbieten und die Norm der Gewaltlosigkeit repräsentieren und für ein Leben ohne Gewalt stehen. Die Vielschichtigkeit der Ehe- und Familiensituation von Frau A., die wir nur aus ihrer Perspektive kennen, sperrt sich gegen einfache Erklärungs- und Verstehensmuster. Auf der Handlungsebene geht es kurzfristig um die Beendigung der Gewalthandlungen, langfristig um eine Neuordnung der Beziehungsmuster zwischen Mutter (Vater) und Kindern und zwischen den Partnern, ob in der alten oder möglichen neuen Beziehungen.