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Wenn misshandelte Frauen ihre Kinder misshandeln

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einem Schrubber), ohne dem Ereignis von seiner Vehemenz und seiner wiederum fast regiereifen Inszenierung zu nehmen. Weil ihr Sohn nicht „schönen, frischen“ Kuchen „mit Sahne oder so“ bringt, schlägt sie ihn mit dem Gegenstand, den er pflichtgemäß geholt hat, um den von ihr auf den Boden geworfenen Kuchen zu beseitigen. Sie versteht nicht, warum keine der anwesenden Frauen eingreift; sie hätte es getan, was gut vorstellbar ist, denn zum einen hat sie keine Angst davor, sich mit anderen anzulegen und zum anderen weiß sie, wie das ist, wenn man einfach „ausrastet“ und „se dann nicht mehr alle hat“. Dann tut man etwas, wofür man ein schlechtes Gewissen hat, aber vor allem ist man hilflos sich selbst ausgeliefert und braucht Hilfe. Wie sie tatsächlich auf solch einen Eingriff reagiert hätte, ist offen. Dass die Reaktion vermutlich sehr heftig gewesen wäre und deshalb die Frauen „ein riesen Regatt“ vor ihr haben, scheint ihr einerseits unheimlich, andererseits zu gefallen. Hier schwingt wieder Faszination mit, angesichts der Fähigkeit, sich notfalls auch physisch durchzusetzen, sich nicht zu unterwerfen, sondern stark zu sein. In dieser Dynamik zwischen sich Durchsetzen und sich Unterwerfen in nahen Beziehungen bleibt kaum Spielraum für Aushandeln, Kompromisse und gemeinsame Lösungssuche. Als Mutter sieht Frau A. dagegen ihren Gewaltausbruch sehr wohl als Fehlverhalten gegenüber ihrem Sohn an. Doch wie schwierig es für ihren Sohn und ihre Tochter ist, aufgrund der Gewalttätigkeit des Mannes mehrfach umzuziehen, wobei dieser letztlich immer wieder nachzieht und später zu erleben, dass die Mutter mehrere Male - mal mit, mal ohne sie - ins Frauenhaus geht, erwähnt sie nicht. Da ist ihre eigene Bedürftigkeit, die dazu führt, die ihr verbliebenen Kinder bei sich zu haben respektive schnell nachzuholen, wahrscheinlich so groß, dass die Bedürfnisse der Kinder dahinter verschwinden; wenn denn die Familienbeziehungen je so waren, dass den Bedürfnissen einzelner - vielleicht bis auf diejenigen des Mannes - Bedeutung zugemessen wurde. Eine unbeherrschbare Wut ergreift nach Frau A.s Schilderungen zunächst ihren Mann, später sie selbst, wenn der jeweils andere mit dem sich das Ich symbiotisch verbunden fühlt, aus welchem Grund auch immer nicht das tut, was das Ich von ihm erwartet und braucht. Die Frustrationstoleranz ist ebenso klein wie die Bedürftigkeit groß, so dass Nichtbefriedigung nicht aushaltbar ist, sondern in ungebremste, narzistische Wut umschlägt, die ausagiert wird, wenn es niemand Drittes verhindert. In Frau A.s geschlechter- und generationshierarchischen Familienbeziehungen werden die nach grenzenloser Aufgehobenheit geweckten Bedürfnisse bodenlos enttäuscht, insbesondere durch die Nichterfüllung oraler Wünsche - in Form von nicht gebrachtem Bier und von Kuchen mit Sahne. Existenziellen Charakter gewinnt die darin enthaltene Kränkung, wenn die Grenze zwischen dem Ich und dem Anderen wenig gefestigt ist, da Objekt und Subjekt nicht ausreichend von einander getrennt sind und die prekäre Ich-Struktur in einer regressionsfördernden Beziehungsdynamik zusammenbricht. Entlastung gibt es dann nur noch von außen, indem Gewaltfreiheit erzwungen wird - durch den Bruder oder durch Mitbewohnerinnen - oder