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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit
(z.B. Jane Addams 1860-1935). Vor allem auf Initiative des UNO-Zentrums
für Menschenrechte wurde 1992 (in Zusammenarbeit mit der International
Federation of Social Workers (IFSW in Genf) und der International Association of Schools of Social Work (IASSW in Wien)) die Anforderung formuliert,
die Frage der Menschenrechte nicht nur als eines unter vielen wichtigen Themen zu betrachten, sondern sie zu ihrem Überbegriff zu machen.
Frauenrechte und Kinderrechte als Menschenrechte
Die derzeitige Konstruktion der Geschlechter- und der Generationsverhältnisse birgt in vielen Kulturen dieser Welt soziale Ungleichheiten und verstärkt bzw. verursacht Gewalt. Gewalt gegen die Mutter ist dabei immer auch
eine Form der Gewalt gegen das Kind. Auch dann, wenn das Kind nicht unmittelbar Gewalt erleidet, sondern „nur“ als Zeuge bzw. Zeugin die Gewalthandlungen gegen die Mutter miterlebt.
Häusliche Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung, die durch die herrschende Konstruktion der Geschlechter- und der Generationsverhältnisse
verstärkt bzw. verursacht wird. Denn die Konstruktion der Geschlechterverhältnisse basiert in den meisten Ländern dieser Welt auf einer Dominanz des
„männlichen“ über das „weibliche“ Geschlecht.
„Dominanz des einen männlichen Geschlechts über das andere ist dabei auf vielfältige
Weise (juristisch, politisch, ökonomisch, sozial und kulturell) in die derzeitige Konstruktion
Žœȱ ŽœŒ‘•ŽŒ‘Ž›ŸŽ›‘§•—’œœŽœȱ ’—ȱ Ž—ȱ –Ž’œŽ—ȱ §—Ž›—ȱ Ž›ȱ Ž•ȱ –Ž‘›ȱ ˜Ž›ȱ Ž—’Ž›ȱ ˜ěŽ—ǰȱ
mehr oder weniger Frauen benachteiligend eingelassen.“ (Brückner, Böhnisch 2001: 130)
Und auch die derzeitige Konstruktion der Generationsverhältnisse beinhaltet
eine Dominanz, nämlich jene von Erwachsenen über Kinder. Das damit verbundene Machtungleichgewicht im Geschlechter- und Generationsverhältnis
ermöglicht Machtmissbrauch und Gewalt, wie sie sich in Kindesmisshandlung bzw. Vernachlässigung oder auch in sexuellem Missbrauch von Mädchen und Jungen äußern.
Es zeigt sich also, dass durch die derzeitige Konstruktion der Geschlechter- und Generationsverhältnisse nicht nur individuelle Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, sondern auch Menschenrechtsverletzungen, wie z.B.
Gewalt gegen Frauen und Kinder, verstärkt und sogar verursacht werden.
Hier bietet das Konzept der Menschenrechte vielfältige Anknüpfungspunkte. Vor allem nationale und internationale NGO´s haben im vergangenen
Jahrzehnt wichtige Impulse aus dem Menschenrechtsdiskurs bezogen. Denn
der Kern der Menschenrechte ist die prinzipielle Achtung menschlicher Würde und fundamentaler Rechtsansprüche, unabhängig von individuellen und
kulturellen Unterschieden, wie z.B. ethnischer Zugehörigkeit oder Generationszugehörigkeit oder Geschlechtszugehörigkeit. Mit dem Slogan „Frauenrechte sind Menschenrechte“ gelang es, das Stigma zu beseitigen, dass