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Der Blick der Forschung

von Kindern und Jugendlichen voran sowie und einige Ausführungen zum methodischen Vorgehen.

Aufwachsen im Kontext von häuslicher Gewalt - Prävalenz und Folgen Da es sich bei häuslicher Gewalt um ein Dunkelfeldphänomen handelt, sind die quantitative Bestimmung der Verbreitung dieses Phänomens und die Messung der Mitbetroffenheit von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Hinweise können sowohl Prävalenzstudien sowie Institutionendaten geben. Prävalenzstudien zu Folge werden zwischen 10 und 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Verlauf ihrer Kindheit Zeugen von häuslicher Gewalt (Baldry 2002, Dauvergne & Johnson 2001, Pfeiffer et al. 1999, Young People and Domestic Violence 2001). Legt man einen Zeitraum von 12 Monaten zugrunde, dann wissen zwischen 10 und 16 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter von Gewalttätigkeiten, die ihre Mütter von Seiten des Vaters, Freundes oder Expartners erleiden. Institutionenanalysen, die auf im Hellfeld sichtbar gewordenen Fällen von häuslicher Gewalt basieren, belegen, dass Mütter mit minderjährigen Kindern zur Kerngruppe der Nutzerinnen gehören. Eine Studie von 300 aktenkundigen Fällen schlüsselte die Inanspruchnahme von Polizei, Sozialdienst und Frauenhaus wie folgt auf: 70 Prozent der Frauenhausklientel und 80 Prozent der gewaltbetroffenen Sozialhilfeempfängerinnen waren Mütter mit minderjährigen Kindern; bei den Polizeifällen waren in mindestens der Hälfte der Fälle auch Kinder involviert (Seith 2003). Während ein enger Zusammenhang zwischen dem Schutzbedarf von Müttern und Kindern an sich auf der Hand liegt, zeigt die Geschichte der Frauenhausbewegung und Kinderschutzbewegung in verschiedenen Ländern, dass ideologische Abgrenzungen und der Kampf um gesellschaftliche Anerkennung wie auch um Ressourcen die Entwicklung von Vorgehensweisen, die den Bedürfnissen beider gerecht werden, erschwerten (vgl. Kavemann 2000 für Deutschland). Bereits Anfang der 1990er Jahre wies Kelly (1994) in einem Beitrag mit dem Titel „The interconnectedness of domestic violence and child abuse” auf dieses Problem hin und bemerkte kritisch, dass Kindesschutz- und Frauenschutzanliegen nicht genügend hinsichtlich bestehender Verbindungen analysiert werden und institutionelle Interventionen oftmals fehlschlagen, weil Professionelle verkennen, dass der Schutz der Mütter vor weiterer Gewalt von Seiten des Partners oder Expartners die entscheidende Voraussetzung zur Sicherung des Kindeswohls ist. Während die damalige Forschungslage eine empirische Abstützung der Kritik noch nicht erlaubte, liegen mittlerweile aus dem angloamerikanischen Raum und von Skandinavien eine Reihe von Studien vor (Hester et al. 2000, Eriksson et al. 2005). Neuere Forschungen gehen von einer engen Verknüpfung zwischen Gewalt an Müttern und Misshandlung von Kindern aus, wobei Art und Schwere