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Ergebnisse neuerer deutscher Untersuchungen
31
Planet C: Umgangsrecht
Wenn ein gewalttätiger Vater im Trennungsprozess Umgang mit seinen Kindern beantragt, bewegt er sich zu Planet C. Nun geht es um kindschaftsrechtliche Entscheidungen über das Kindeswohl. Da er auf Planet B nicht angeklagt
oder sanktioniert wurde, besteht hier kein konkreter Anlass oder Beweis, der
dazu führt, dass seine väterlichen Kompetenzen wegen der Gewalt in Frage
gestellt werden. Auch wenn auf Planet A oder B eine Kindeswohlgefährdung
gesehen wurde, oder wenn auf Planet A eine polizeiliche Wegweisung oder
eine zivilrechtliche Schutzanordnung verhängt bzw. ein Strafverfahren eingeleitet wurde, so wird dieses Geschehen als ausschließlich auf der „Paarebene“
relevant betrachtet. Der Schwerpunkt liegt auf diesem Planeten weniger auf
Schutz vor Gewalt, sondern darauf, dass Kinder in der Regel zwei Eltern haben und Recht auf Kontakt zu beiden. Es besteht hier kein Zweifel, dass der
Kontakt zum Vater für das Kindeswohl grundsätzlich positiv ist. Die Mutter
befindet sich hier in einem spezifischen Dilemma: Sie hat möglicherweise auf
Planet A versucht, seine Gewalt mit Hilfe staatlicher Intervention zu beenden,
sie hat sich möglicherweise den Regeln von Planet B entsprechend vom gewalttätigen Partner getrennt, um die Kinder zu schützen, konnte womöglich
erreichen, dass ihr das alleinige Sorgerecht zugesprochen wurde. Hier auf
Planet C jedoch wird sie mit der gegensätzlichen Haltung konfrontiert, dass
Familien Familien bleiben, auch nach Trennung und Scheidung. Sie wird daher aufgefordert, den Umgang des Vaters mit den Kindern zuzulassen, was
sie nicht nur in Verwirrung stürzen, sondern auch erneute Ängste um die
eigene Sicherheit und die der Kinder aktivieren kann. Konsequenz ist: Es entsteht eine konzeptionelle Spaltung zwischen „gewalttätigen Männern“ und
„Vätern“, wobei Vaterschaft als grundsätzlich nicht gewalttätig konstruiert
wird (siehe Eriksson in diesem Band).
ǮŽŠ•’œ’ŒȱŠœœŽœœ–Ž—ȱ˜ȱ›’œ”ȱŠ—ȱ•ŽŠ‘Š•’¢ȱ˜›ȱŒ‘’•›Ž—ȱ’œȱŽ¡›Ž–Ž•¢ȱ’ĜŒž•ȱ ’‘’—ȱœžŒ‘ȱŠȱ
context. The three planet model also shows that there is a conceptual gap between violent
men on the one hand and fathers on the other. There are violent men but good enough
Š‘Ž›œǰȱŠ—ȱ‘Žȱ ˜ȱŠ›Žȱ’ĜŒž•ȱ˜ȱmerge whether within policy or in practice.” (ebenda: 22)
Wie nun kann „interkultureller“ Austausch und Verständigung zwischen den
Planeten gefördert werden? Ich schlage folgende Schritte vor:
ȡ Die konzeptionellen Brüche und Widersprüche zwischen den Bereichen
thematisieren und Strategien entwickeln, sie zu überbrücken, denn sie führen
zu widersprüchlicher Praxis, die oft Schutz und Sicherheit nicht gewährleisten kann.
ȡ Die Verunsicherung, die für Frauen und Kinder daraus resultiert, zum
Thema machen und darauf hinarbeiten, dass auch in diesem Feld, eine „Interventionskette“ (WiBIG 2004 d) entsteht, die Schutz und Sicherheit gewährleisten kann.