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Hochuli Freund
31.7.17 S. 273
Autonomieförderung durch systemische Fallbearbeitung
2
Fallbearbeitung
Die Fallbearbeitung wird nach der Methodik KPG nach Hochuli Freund und
Stotz (2015) gestaltet. Nach einem interdisziplinären Standortgespräch, an dem
ich Frau G. kurz kennenlerne, meldet sie sich, auch auf Empfehlung des Psychiaters, für die freiwillige Sozialberatung. In den nachfolgenden Gesprächen
erarbeiten wir die Prozessschritte Situationserfassung, Analyse und Diagnose.
Die Schritte Ziele, Interventionsplanung und Interventionsdurchführung wurden von anderen Professionellen durchgeführt, wobei Frau G. die ersten Schritte aus der KPG als Grundlage gedient haben. Kurz vor Klinikaustritt führten
Frau G. und ich als Abschluss der Beratung eine kurze Evaluation durch.
2.1
Interprofessionelles Standortgespräch
Die 55-jährige Frau G. ist im Februar in die psychosomatische Klinik eingetreten. Der Alltag wird durch die Pflege strukturiert, die Wochenenden gestaltet Frau G. nach ihren Wünschen meist zu Hause. In der Klinik hat sie
regelmässige Gespräche mit dem Psychiater, ab und zu hat sie ärztliche Termine wegen körperlichen Beschwerden. In der Gruppentherapie übt sie sich
im Ausdruck ihres eigenen Befindens und in der sozialen Interaktion. Im Falle von Frau G. sind also diverse Professionelle involviert. Zum einen sind
das die Professionellen der PSOMA-Klinik: der Psychiater, verschiedene Pflegende und eine Bezugsperson der Pflege, die Gruppentherapeutin, der Psychologe und ich. Daneben ist ein Arzt des Spitals involviert. Auch gibt es
eine Bezugsperson der Invalidenversicherung und eine Bezugsperson des öffentlichen Sozialdienstes. Die Koordination des Fallgeschehens liegt beim
Psychiater. Für die Zukunft wird wichtig sein, dass eine professionelle Unterstützung für Frau G. auch nach dem Klinikaustritt besteht. Die Aufenthaltsdauer von Frau G. wird in erster Linie vom Psychiater bestimmt, dieser
beantragt bei der Krankenkasse Kostengutsprachen für die Klinikkosten.
Beim interdisziplinären Standortgespräch nach einem Monat im März mit
dem Psychiater, der Pflege, der Gruppentherapeutin und mir wurde Frau G.
zum Fall für die Sozialberatung erklärt. Bei diesem Gespräch habe ich Frau
G. zum ersten Mal getroffen und einen Auftrag von ihr und vom Psychiater
erhalten. Beim Gespräch haben sich zuerst die verschiedenen Professionellen
über ihre Einschätzung bezüglich der Situation und Person von Frau G. ausgetauscht und haben dabei Ziele und die weitere gemeinsame und individuelle Vorgehensweise formuliert. Nach KPG war dies der Prozessschritt der
Analyse (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:177ff.). Die Einschätzungen und
Ziele wurden Frau G. vorgestellt, und sie konnte sich ebenfalls äussern.
Nachfolgend meine Notizen zu diesem Gespräch:
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