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Hochuli Freund
31.7.17 S. 86
Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
Orientierung am Konzept KPG für die meisten Professionellen und Organisationen der Sozialen Arbeit primär keine Vereinfachung, keine Effizienzsteigerung oder Standardisierung ihrer Arbeit bedeutet, sondern das Gegenteil: Die
zentrale Thematisierung der Kooperation kennzeichnet professionelles Handeln
im Rahmen KPG als moralisches Handeln, das sich auf das gute Leben anderer
bezieht.
Das Arbeiten nach Konzept und Modell KPG bedingt daher die persönliche
Auseinandersetzung mit jedem Einzelfall, die kritische Überprüfung subjektiver
Vorstellungen von richtig und gut, es bedingt ein Nichts-für-Selbstverständlich-Nehmen. KPG erlaubt kein Ausruhen auf Routinen und keine Abkürzungen via pragmatisches oder standardisierendes Handeln ohne stichhaltige, fachliche Begründung. KPG entbindet die Akteurinnen und Akteure der Sozialen
Arbeit auf unterschiedlichen organisationellen Ebenen zu keiner Zeit von ihrer
professionellen Verantwortung und der damit einhergehenden Begründungsverpflichtung (vgl. Schmid Noerr 2013:84f.).
In diesem Sinn muss zuvorderst die bewusste Entscheidung der Akteurinnen
und Akteure der Sozialen Arbeit stehen, ihr berufliches Handeln so professionell zu gestalten, dass es dem moralischen Anspruch der zu bewältigenden Aufgaben gerecht wird. Wo der Wille zum ethischen Handeln nicht oder nur als
Lippenbekenntnis besteht, wo das Prozessmodell als leere Hülle angewendet
wird, kann KPG keinen Beitrag zu ethischerem Handeln leisten.
Professionellen, die sich auf den »dirty job« einlassen, die dazu bereit sind,
echte Kooperation mit Klientinnen und Klienten zuzulassen und sich der Komplexität und Einzigartigkeit des Falles zu stellen, bietet KPG aber eine Orientierungs- und Strukturierungshilfe, die es ihnen überhaupt erst ermöglicht, diese
Aufgaben in einer angemessenen professionellen und ethischen Qualität zu erfüllen, ohne sich in den komplexen Anforderungen der Fallarbeit zu verlieren.
Konzept und Modell KPG tragen dann zum ethischen Handeln in der Sozialen
Arbeit insofern bei, als sie Professionellen einen Reflexions- und Argumentationspfad eröffnen, der sie in der Wahrnehmung ihrer professionellen Verantwortung begleitet und unterstützt.
Literatur
Bommes, Michael/Scherr, Albert (2000). Soziologie der Sozialen Arbeit. Eine Einführung
in Funktionen und Formen organisierter Hilfe. Weinheim/München: Juventa.
Dallmann, Hans-Ulrich/Volz, Fritz Rüdiger (2013). Ethik in der Sozialen Arbeit. Schwalbach: Wochenschauverlag.
Dewe et al. (Hrsg.) (2001) Professionelles Soziales Handeln. Soziale Arbeit im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis. Weinheim: Juventa.
Dürig, Günter (1991). in: Maunz/Dürig u. a.: Grundgesetz Kommentar, Art. 1 Abs. 1
Rn. 9.
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