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Schritt 2: Interventionsmöglichkeiten entwerfen
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Zunächst geht es bei der Suche nach Interventionsmöglichkeiten darum, das
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Blickfeld möglichst weit zu öffnen, kreativ zu sein, neue Möglichkeiten des
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Vorgehens vorerst ohne Einschränkungen zu erfinden, den
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Organisationsauftrag sowie die Ressourcen zu berücksichtigen und zugleich
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das Erfahrungswissen der Praxisorganisation zu nutzen (Was war in einem
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ähnlichen Fall wirkungsvoll?). Das bedeutet nicht, die Routinen der
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Praxisorganisationen unreflektiert zu übernehmen nach dem Motto: ›Was
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sich bis jetzt als hilfreich erwiesen hat, wird sich auch in Zukunft
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bewähren!‹, sondern im Sinne des EBP geeignete Methoden oder Techniken
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zu wählen, die Klientinnen bei ihrer Zielerreichung gut unterstützt haben
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und dies möglicherweise auch im vorliegenden Fall tun können. Auch ist es
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hilfreich, das Erfahrungswissen des Klientensystems mit einzubeziehen
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(Was haben Beteiligte in ähnlichen Situationen als hilfreich erlebt?). Dies
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bedeutet, den Rahmen eines einzigen Methodenkonzepts zu überschreiten
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(vgl. von Spiegel 2013:143). Hilfreiche Techniken für dieser Suche nach
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Interventionsideen finden sich in der Literatur zu Gesprächsführung (vgl.
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Miller/Rollnick 2009, Widulle 2011; für die Arbeit mit Klienten im
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Zwangskontext vgl. Klug/Zobrist 2013), aber auch in der Literatur zur
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Arbeit mit Teams (vgl. z. B. Eppler et al. 2014). Für ein Brainstorming, wie
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wir es für diesen Schritt vorschlagen, ist darauf zu achten, dass Ideen
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zunächst nur gesammelt werden (eine kritische Diskussion folgt erst im
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nächsten Schritt). Weil zunächst die gängigen und selten ausgefallenen
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Ideen geäußert werden (so Krogerus/Tschäppeler 2020:6), kann als
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Faustregel gelten, dass mindestens 20 bis 25 Ideen zusammenzutragen
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sind.
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Es gilt, die Ressourcen der Klientin und die des gesamten Umfeldes
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einzubeziehen (Angebote in oder außerhalb der Organisation, Ressourcen
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und Kompetenzen im Team, im Herkunftssystem der Klientin etc.), auf die
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Vorlieben der Klienten zu achten, auf das was sie – auch emotional –
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anspricht und die von ihr geäußerten Ideen aufzunehmen. Die Suche sollte
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sich vor allem auf mögliche Veränderungen von Situationen konzentrieren
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(wie z. B. die sozialräumliche Umwelt der Klientin). Interventionen, die
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direkt auf die Veränderung des Verhaltens einer Klientin zielen, müssen mit
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ihr ausgehandelt und vereinbart werden. Es ist trotz Kreativität darauf zu
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achten, die diagnostischen Erkenntnisse und Zielsetzung (Grobziele) nicht
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aus den Augen zu verlieren.
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Schritt 3: Reflexion der Interventionsmöglichkeiten
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Nach dem Sammeln sind die Interventionsideen und
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Vorgehensmöglichkeiten unter verschiedenen Gesichtspunkten zu
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bewerten. Hierfür stehen ganz verschiedene Reflexionsmethoden und
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unterschiedliche Fragemöglichkeiten zur Verfügung.
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• Best Case und Worst Case-Szenarien: Es werden zwei gegensätzliche
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Möglichkeiten skizziert, wie die Umsetzung der Interventionen verlaufen
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könnte und was dies bewirken würde. Oft beginnt man mit dem Blick auf
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