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Die Fragestellung verweist auf Überlegungen, welche die Professionellen im
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Hinblick auf die Gestaltung des Unterstützungsprozesse anstellen müssen,
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und auf Fragen, die zu klären sind. Das Hilfsmittel dient der Fokussierung
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auf der Fachebene und unterstützt den Übergang von der analytischdiagnostischen Phase zur Handlungsphase. Es dient als Brücke zur
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Formulierung von Unterstützungszielen ( Kap. 11.4) und leitet über zur
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Interventionsplanung ( Kap. 12).
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Alternativ ist es auch möglich, die Erkenntnisse für die Handlungsphase,
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die sich auf der Fachebene aus der Diagnose ergeben, in offener Form
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festzuhalten. Dabei geht es ebenfalls darum zu gewährleisten, dass die
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diagnostischen Erkenntnisse tatsächlich genutzt werden um einem Bruch
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zwischen beiden Phasen vorzubeugen. Angezeigt ist dies insbesondere bei
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Abklärungsberichten oder Gutachten (vgl. dazu ein Beispiel in Gebert et al.
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2017:160 f.)
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Eine weitere Möglichkeit besteht darin, aus einer Arbeitshypothese direkt
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Unterstützungsziele abzuleiten. Diese Variante bietet sich insbesondere im
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Rahmen von diagnostischen Fallbesprechungen an (vgl. Hochuli Freund
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2017b: 205). Dann dienen diese Ziele für die Professionellen als Bindeglied
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zwischen der analytisch-diagnostischen Phase zur Handlungsphase
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Partizipative Orientierung: Kooperatives Fallverstehen
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Theoriegeleitetes Fallverstehen ist zunächst eine Methode für die
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Fachebene. Professionelle nutzen Expertinnenwissen, arbeiten mögliche
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Erklärungen für die Fallthematik heraus und stellen Überlegungen an, was
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auf dieser Grundlage zu tun ist. Die Art und Weise, wie die diagnostischen
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Erkenntnisse – im Sinne fachlicher Hypothesen – in den dialogischen
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Prozess mit den Klienten eingebracht und hier validiert werden können,
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stellt einen wichtigen Aspekt professioneller Kompetenz dar. Einerseits ist
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es unabdingbar, dass dieses Fachwissen in den Verständigungsprozess mit
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Klienten eingebracht und damit ein gemeinsames Fallverstehen und ein
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Selbstverstehen ermöglicht wird (vgl. Ursprung 2014:42, Rätz 2015:191).
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Andererseits gibt es für das Wie vielerlei Möglichkeiten. Es hängt u. a. von
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Alter und kognitiven Möglichkeiten der Klienten ab, ebenso von der
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Fähigkeit der Sozialarbeiterin, Fachwissen in die Alltagssprache übersetzen
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und für den Klienten anschlussfähig machen zu können. Entscheidend dafür,
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ob dieses Einbringen möglicher fachlicher Erklärungen und Deutungen im
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Rahmen des Diagnoseschrittes realisiert werden kann, sind aber auch der
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›Stand‹ der Arbeitsbeziehung, die Kooperation in der bisherigen
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Prozessgestaltung und die aktuelle Motivation von Klienten. Wenn noch
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kein Prozess des gemeinsamen Verstehens in Gang gebracht werden konnte,
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dann bleibt dies eine Aufgabe im Rahmen von Interventionsplanung und durchführung auf der Fachebene, im Hinblick auf ein entsprechend zu
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formulierendes Unterstützungsziel.
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Grundvoraussetzung bei dieser Diagnosemethode ist das professionelle
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Selbstverständnis, dass ›Fallverstehen‹ für hilfreiches
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Unterstützungshandeln unabdingbar ist und der dialogische
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Verständigungsprozess in der Arbeitsbeziehung zwischen Sozialpädagogen
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und Klientin den Kern professioneller Tätigkeit darstellt. Nun bedeutet die
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