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Methodik zu, die zu beantworten hat, welche Handlungselemente wie
sinnvoll eingesetzt werden sollten (vgl. Klafki et al. 1970:129 f.). Dazu
wurden Methoden im engeren Sinn entwickelt, die »erprobte, überlegte und
übertragbare Vorgehensweisen zur Erledigung bestimmter Aufgaben und
Zielvorgaben« darstellen (Schilling 1993:65 f.). Sie thematisieren
ausschließlich die Vermittlung von Bildungsinhalten auf der Ebene der
konkreten Interaktion. Für die Soziale Arbeit ist ein solches Verständnis
wenig sinnvoll, denn jegliche Ziele sozialarbeiterischer Unterstützung
blieben aus der Reflexion ausgeklammert, Methoden setzten sich so dem
Technologievorwurf aus, weil sie für beliebige Verfahren verwendet werden
könnten (vgl. Galuske 2013:30).
Nach Possehl (2002a:4) enthält jede Methodenlehre in der Sozialen
Arbeit denn auch zwei Komponenten: einerseits Methoden im engeren im
Sinne von »Ziel-Mittel-Technologien«, andererseits aber auch
Denkmethoden »zur Organisation und Ordnung der eigenen
Denkprozesse«. Bei Letzteren handelt es sich zumeist um Phasen- oder
Prozessmodelle; wir werden in Kapitel 7.2 darauf zurückkommen.
Das weitere Methodenverständnis geht davon aus, Methoden jeweils im
Zusammenhang mit Problemlagen, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen
zu sehen. Nach Meinhold sind Methoden »weder zielneutral, noch
institutionell-, zeit- und personenneutral« (1988:75). Methoden können
demnach nicht von der Zielbestimmung Sozialer Arbeit losgelöst werden;
sie haben die Komplexität des beruflichen Alltags aufzunehmen und das
sozialpädagogische Handeln zu strukturieren und zu leiten unter
Berücksichtigung der Ressourcen und Möglichkeiten der Klienten, ihr Leben
möglichst selbstverantwortlich wieder in die Hand zu nehmen.
Die im Zuge des gesellschaftlichen Wandels resultierenden
Entwicklungsanforderungen an die Soziale Arbeit haben dazu geführt, dass
grundlegende Entwürfe oder Leitkategorien entstanden sind, die sich nicht
einfach als Methoden bezeichnen lassen. Gerade mit dem Ansatz einer
lebensweltorientierten Sozialen Arbeit (vgl. Thiersch 1992) wurde eine
neue Kategorie geschaffen, die mehr umfasst als eine bestimmte Methode.
Geissler/Hege unterscheiden in ihrer Begriffsbestimmung zwischen
Konzept, Methode und Technik/Verfahren. Unter Konzept verstehen sie ein
»Handlungsmodell, in welchem Ziele, Inhalte, Methoden und Verfahren in
einen sinnhaften Zusammenhang gebracht sind. Dieser Sinn stellt sich im
Ausweis der Begründung und der Rechtfertigung dar« (2001:23). So kann
der Ansatz der alltags- oder lebensweltorientierten Sozialen Arbeit als ein
Konzept verstanden werden, das eine programmatische Bedeutung
aufweist. Soziale Arbeit nimmt die Lebenswelt der Klientinnen zum
Bezugspunkt ihrer Tätigkeit und leitet davon Prinzipien und Arbeitsweisen
für das professionelle Handeln ab.
Nach Geissler/Hege sind Methoden einem Konzept untergeordnet. Sie
sind »– formal betrachtet konstitutive Teilaspekte von Konzepten. Die
Methode ist ein vorausgedachter Plan der Vorgehensweise« (2001:24).
Methoden sind demnach erprobte, überlegte und übertragbare
Vorgehensweisen, mit Fokus auf Problemlagen, Zielsetzungen und
Rahmenbedingungen, die im Kontext eines Konzepts entworfen werden.
Eine Methode innerhalb des Konzepts Lebensweltorientierung stellt z. B.
die Familienhilfe dar. Methodisch ist zu überlegen, in welchen Teilschritten
dieses Angebot aufgebaut werden kann, welche Rahmenbedingungen