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Hochuli Freund
31.7.17 S. 151
›Kooperative Bedarfsermittlung‹ und Weiterentwicklung des Wohnbereichs Einführung von Kooperativer Prozessgestaltung in einer Einrichtung der Behindertenhilfe Jakin Gebert, Ursula Hochuli Freund, Jasmin Hugenschmidt, Raphaela Sprenger-Ursprung Was bedeutet es, die Methodik Kooperative Prozessgestaltung (KPG) in eine Organisation zu implementieren? Der Beitrag will dies anhand eines dreijährigen Projekts in einer Einrichtung der Behindertenhilfe illustrieren. In diesem Projekt ging es zunächst um die Entwicklung eines ganz neuen Angebots – Kooperative Bedarfsermittlung (KB) –, zugleich aber auch um eine behutsame methodische Neuausrichtung der Arbeit in den bestehenden Wohnangeboten. Nach Informationen zu Projektanlage und -verlauf wird das neue Angebot KB geschildert mit den verschiedenen Instrumenten, die hierfür entwickelt wurden, sowie einem Berichts-Beispiel. Anschliessend wird die Neuausrichtung in den verschiedenen bestehenden Angeboten erläutert, die in der Ambulanten Wohnbegleitung anders ausfiel als in den stationären Wohnangeboten. Zum Schluss werden die dargelegten Neuerungen kritisch bewertet und Möglichkeiten der Weiterentwicklung besprochen, ein Fazit gezogen sowie am Beispiel des Projekts grundsätzliche Fragen in Bezug auf professionelles Handeln diskutiert.
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Das Projekt
Im Rahmen eines dreijährigen, von Aktion Mensch geförderten Projektes wurde von 2013 bis 2015 im Wohnbereich der Lebenshilfe Lörrach e. V. – einer Einrichtung der Behindertenhilfe in Deutschland – die Methodik KPG implementiert. Das Projekt bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teilprojekt sollte auf Grundlage der Methodik ein neues Angebot speziell für junge Menschen mit einer komplexen Problematik entwickelt werden, die neben einer kognitiven Entwicklungsbeeinträchtigung auch eine schwierige soziale Situation und/oder soziale Auffälligkeiten aufweisen und deren Hilfebedarf hinsichtlich Wohnen unklar erschien. Es sollte ein systematisches, methodisch strukturiertes Verfahren zur KB (inklusive Methoden und Instrumenten) entwickelt werden, das es erlaubt, gemeinsam mit einer Klientin ihren individuellen Bedarf bei der Veränderung ihrer Wohn- und Lebenssituation zu ermitteln. Im zweiten Teilprojekt sollte die fachliche Begleitung in den bestehenden Wohnangeboten nach KPG ausgerichtet werden. Die Klienten sollten mehr als 151